Die Besucherstatistik für das Jahr 2012 liegt bereits vor. Demnach statteten in den vergangenen zwölf Monaten rund 6000 Menschen dem Naturschutzgebiet (NSG) Königsbrücker Heide einen Besuch ab, etwas mehr als 2011, teilt die NSG-Verwaltung mit. Knapp 3200 Menschen buchten eine der noch immer überaus beliebten Bustouren auf den früheren Truppenübungsplatz. Rund 91 Prozent der Touristen kamen aus Sachsen, lediglich fünf Prozent aus Brandenburg. Dabei grenzt die Königsbrücker Heide direkt an Brandenburg. "Hier muss etwas getan werden", fordert Dirk Synatzschke, Sachbearbeiter für Gebietsentwicklung im Naturschutzgebiet. Offenbar seien die bisherigen Aktionen wie das erste Heidefest auf Brandenburger Boden im Juni 2011 in Kroppen sowie Faltblätter-Boxen an der Landesgrenze und die stets aktuelle Internetpräsenz noch nicht ausreichend. "Es wäre gut, wenn die Kontakte zu den kommunalen Entscheidungsträgern jenseits der Grenze erweitert würden", erklärt Synatzschke.

Projekte gut angenommen

Darüber hinaus solle das neue Informationszentrum, das erst im Oktober 2012 eröffnet wurde, bei den Brandenburgern mehr publik gemacht werden. "Auf jeden Fall freuen wir uns über jeden Brandenburger, der den Weg zu uns findet", resümiert der Experte.

Grenzüberschreitende Projekte wie der Heidewaldpfad von Kroppen nach Zeisholz würden bereits gut angenommen. Eine Erweiterung der touristischen Infrastruktur sei bereits angedacht. Vorerst allerdings auf sächsischem Gebiet. Dazu zählt beispielsweise die Idee eines Besucherpfades im Raum Schwepnitz. Die praktische Umsetzung werde jedoch nicht vor dem Jahr 2014 beginnen, sagt Synatzschke.

Indes öffnet das Königsbrücker Besucherzentrum nach seiner Winterpause am 4. März wieder täglich dienstags bis sonntags. Ab Mitte April starten dann auch die Bustouren durch das Naturschutzgebiet.

Nach Angaben der NSG-Verwaltung stoßen bei den Teilnehmern neben dem Naturerlebnis auch die einstigen Ortsstellen auf großes Interesse. Deshalb würden diese auch angefahren. Dazu zählen die einstige Stadt Krakau sowie Dörfer wie Bohra, Quosdorf und Otterschütz. Bis auf wenige Gebäudereste und ein paar alte Obstbäume sei aber von den Siedlungen heute kaum mehr etwas vorhanden. Eine spezielle Tour allein zu den Wüstungen ist deshalb nicht geplant. "Besonders die noch immer aktuelle Kampfmittelbelastung zwingt uns auf die wenigen kampfmittelfreien Bereiche, wie sie auch unser Bus nutzt", erklärt Dirk Synatzschke, warum es keinem Geister-Ort-Tourismus geben wird.

nsgkoenigsbrueckerheide-

gohrischheide.eu