Umso heftiger traf gestern die Schock-Nachricht den Berliner Zoo und die Tierfreunde: Die Polizei bestätigte, dass der 44-jährige Thomas Dörflein tot in einer Wohnung im Stadtteil Wilmersdorf gefunden wurde.

Der wohl bekannteste deutsche Tierpfleger soll seit Längerem schwer krank gewesen sein. Hinweise auf Fremdverschulden oder Suizid gebe es nicht, sagte der Polizeisprecher. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Die Polizei teilte auch nicht mit, ob es sich bei der Wilmersdorfer Wohnung um die Wohnung seiner Lebensgefährtin handelte, wo er mit ihr und ihrem Sohn lebte.

Der Zoologische Garten reagierte betroffen. Die Fördergemeinschaft teilte mit: "Mit Thomas Dörflein verliert der Zoo Berlin einen hoch engagierten Tierpfleger, der mit großer Leidenschaft seinem Beruf - seiner Berufung - nachging." Er habe ganz entscheidend dazu beigetragen, dass "Berlin mit dem Eisbär-Baby eine sensationelle Attraktion hat." Zoo-Biologe Heiner Klös sagte: "Ich bin schockiert vom Ableben eines meiner besten Pfleger, der alles für seine Tiere gegeben hat."

Millionen von Besuchern im Zoologischen Garten hatte Dörflein erfreut, wenn er mit dem von seiner Mutter Tosca verstoßenen lebenshungrigen Winzling über das Gehege tollte. Viele bewunderten nicht nur den tapsigen kleinen Bären, sondern auch den gut aussehenden Tierpfleger für seinen monatelangen Dauereinsatz in der Bären-Kinderstube.

Dörflein und Knut, die beiden waren 2007 das Traumpaar des Jahres. Der Mann und das Tierkind hatten seit dem 5. Dezember 2006 eine ganz besondere Verbindung. 810 Gramm wog Knut, eine Handvoll Leben, die Dörflein mit der Flasche aufzog. Knuts Zwillingsbruder starb nach vier Tagen, aber dank Dörflein schaffte es Knut. "Da war die Hilflosigkeit der beiden. Das ist doch ganz klar, ein menschlicher Instinkt, dass man da unbedingt helfen will und muss", so begründete Dörflein seine spontane Rettungstat.

Dann folgte die beispiellose "Knut-Show" mit zwei täglichen großen Auftritten im Zoo, zu denen die Massen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt strömten. Dörflein wurde wie Knut selbst zum Star. dpa/bw