Begleitet von Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz, seinem Pfleger und Mutterersatz Thomas Dörflein und seinem Paten, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), durfte sich Knut im Braunbärgehege des Berliner Zoos austoben. Dabei beobachteten Dutzende Kameras und eine begeisterte Menge von Zoobesuchern jeden Schritt des dreieinhalb Monate alten Raubtierjungen.
Der von seiner Mutter verstoßene Knut zeigte dabei eindrucksvoll, dass er durch die liebevolle Aufzucht im Zoo zu einem quicklebendiges Neun-Kilo-Baby herangewachsen ist. Er zog sich an einem Baumstamm im Gehege hoch und maß die Größe des Bärengeheges mit eiligen, aber naturgemäß kleinen Schritten aus. An den zum Gehege gehörenden Teich wagte sich Knut nur zögerlich heran. Nachdem er die schwarze Nasenspitze aber ein paar Mal ins Wasser gesteckt hatte, hielt den Eisbären nichts mehr: Er nahm gleich mehrmals ein Bad.
Dass Knut seine anfängliche Schüchternheit schnell ablegte, genoss auch Gabriel, der als Pate mit ins Gehege durfte. Nachdem ihn der kleine Eisbär zunächst geflissentlich ignoriert hatte, kuschelte sich Knut an Gabriels Beine und ließ sich den Nacken kraulen.
Der Umweltminister bot dem Zoo finanzielle Unterstützung bei der Aufzucht von Knut an - im Gegenzug engagierte er den Eisbären als Patentier der im kommenden Jahr in Deutschland stattfindenden Artenschutzkonferenz. Trotz aller Freude über den putzigen Bären gebe es viel Grund zur Sorge, sagte Gabriel: "Letztlich gehört der Eisbär zu den durch den Klimawandel am meisten bedrohten Arten." Er hoffe, dass Knut dazu beitragen könne, dass sich mehr Menschen für den Klimaschutz interessieren.
Knut wurde auch international bekannt, nachdem Stimmen laut geworden waren, die eine Einschläferung des kleinen Bären forderten. Manchen Experten halten die Aufzucht des Eisbären durch seinen Tierpfleger für nicht artgerecht. Sie bemängelten, dass er nicht nach der Geburt getötet wurde. Seine Mutter Tosca hatte Knut und dessen Zwillingsbruder nach deren Geburt Anfang Dezember vor ihrer Höhle ausgesetzt und ignoriert. Der Bruder starb kurz darauf. (AFP/cd)