„Derzeit prüfen wir das Nutzungskonzept.“

Dieses unterliege speziellen Anforderungen. Nicht nur der Denkmalschutz und die Bauordnung spielen bei dem Gebäude eine Rolle. „Es sind auch Nutzungseinschränkungen zu beachten, die sich aus dem Eisenbahnbetrieb ergeben“, betont Gahler. Derzeit befinde sich die DB Netz AG mit den Denkmalschutzbehörden in der Abstimmung, um genau diese Themen zu besprechen. Das Gebäude ist von der Bahnhofsbrücke aus über eine Treppe erreichbar.

Das Stellwerk B 23 ist im November 2010 genauso wie die anderen zwölf Stellwerke am Cottbuser Hauptbahnhof außer Betrieb genommen worden. Seither werden die Signale und Weichen der Bahnanlagen aus Berlin gesteuert.

Wichtige Komponenten

Das B 23 beherbergt der Bahn zufolge jedoch noch technische Komponenten, die weiterhin genutzt werden. Demnach befinden sich im Erdgeschoss Einrichtungen für die Steuerung der Oberleitungsanlagen, der Kabelkeller und die Steuerung der Uhr. „Diese Anlagen werden auch dort bleiben und nicht umverlegt, da wegen des Denkmalschutzes ein Abriss ohnehin nicht infrage kommt“, erklärt Bahnsprecher Gahler.

Die Bahn ist eigenen Angaben zufolge darüber hinaus bemüht, Kontakt zu den beiden Cottbuser Hochschulen aufzunehmen, um eine mögliche weitere Nutzung des denkmalgeschützten Stellwerkes über studentische Studien oder Abschlussarbeiten zu entwickeln.

Das Stellwerk B 23 ist im Jahr 1903 als erstes elektrisch gesteuertes Druckluftstellwerk Deutschlands in Betrieb gegangen. Das Uhrentürmchen wurde erst in den 1920er-Jahren aufgesetzt. Im Jahr 1956 wurde die Druckluftanlage außer Betrieb genommen.

Die Signale und Weichen wurden seitdem von dem Stellwerk elektrisch gesteuert. Am 19. November 2010 war um 15.15 Uhr für die Anlage die Arbeit getan und es wurde abgeschaltet.