Temperaturen bis zu 40 Grad im Sommer, viel zu wenig Niederschlag im Sommer und fehlender Schnee im Winter: Die Bäume in den historischen Parks der Region leiden unter dem Klimawandel. Wie sehr, zeichnet sich immer deutlicher ab: Über 200 Bäume sind allein Branitzer Park in akuter Gefahr. Auch im Potsdamer Park Babelsberg, Bad Muskau oder dem Dresdner Großen Garten gibt es massive Verluste.

Sichtbare Klimafolgen an Bäumen und Sträuchern

Claudius Wecke, Leiter des Branitzer Parks, hatte schon im Frühjahr ein ungutes Gefühl: „Das Laub, das im April und Mai üppig sprießen musste, zeigte sich an unseren Bäumen nur zögerlich und schütter.“ Zum ersten Mal habe er an den hiesigen Gewächsen diese Klimafolgen beobachtet. „Ich bin sonst ein humorvoller Mensch, aber hier ist mir das Lachen vergangen.“

Cottbus

Pflanzenschutzexperten haben Laub, Baumrinde und Wurzelstücken entnommen. Dabei stellte sich heraus, das vor allem Stieleichen und Rotbuchen unter einer sogenannten Komplexkrankheit leiden, die die Gehölze in ihrer Gesamtheit schwächt und anfällig für Schädlinge macht. Fatal 85 Prozent aller Bäume in Branitz gehören exakt diesen beiden Arten an.

Die Stiftung hat daraufhin einen Sachverständigen für Gehölzmanagement und Baumkunde beauftragt, der den Zustand der Bäumeüber mehrere Monate beobachtete. Erschreckendes Ergebnis: Innerhalb weniger Wochen hat die Vitalität der Pücklerschen Pflanzungen rapide abgenommen.

Bäume im Park sind schon sehr alt

„Dabei sind das erst die Folgen des Hitzesommers 2018“, sagt Wecke. Was die Parks der Region im kommenden Jahr erwarte, wenn sich die Trockenheit von 2019 auswirkt, sei völlig offen. Allerdings, das gab der Parkchef auch zu bedenken, seien viele Branitzer Bäume mit 150 bis 170 Jahren ohnehin am Ende ihrer Lebenserwartung angekommen.

Gert Streidt, Leiter der Stiftung Schloss und Park Branitz, sagte am Rande eines Treffens des Vereins „Schlösser und Gärten Deutschland“: „Der Klimawandel macht um uns keinen Bogen, seine Auswirkungen sind ernst.“ Ein gemeinsames Vorgehen aller historischen Parks sei daher unumgänglich.