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| 01:27 Uhr

Klaus Weinert findet weiteres Schraden-Vorwerk

Schraden/Grünewalde. Der Grünewalder Heimatforscher Klaus Weinert hat zwei neue Erkenntnisse über das Schradenland veröffentlicht. Diese präsentierte der 69-Jährige während eines Vortrages in Schraden.



Demnach soll es in der wasserreichen Niederungslandschaft ein Vorwerk mehr gegeben haben, als bislang angenommen wurde. “Es handelt sich um das Vorwerk Straucher Damm am Locknitzgraben„, erklärt Weinert. Er habe es in einem alten preußischen Messtischblatt aus dem 19.Jahrhundert entdeckt. In späteren Karten sei dieses Vorwerk nicht mehr verzeichnet gewesen. “Wahrscheinlich war es um das Jahr 1900 verschwunden„, vermutet Klaus Weinert. Sechs Jahre später sei in der Nähe das Vorwerk Schönau entstanden, das bis in die 1960er-Jahre existierte.

Darüber hinaus weiß der Grünewalder jetzt, wo das älteste Gebäude im Schraden gestanden haben könnte. Dabei handelte es sich um das Jagdhaus des sächsischen Kurfürsten.

Von diesem Anwesen aus sei der umliegende Schradenwald in acht Segmente aufgeteilt und bejagt worden. Das vierstöckige Jagdhaus vom Ende des 16.Jahrhunderts habe in etwa dort gestanden, wo der Reißdamm mit der Straße, die von Ortrand kommt, kreuzt. Das sei in Höhe von Plessa-Süd. “Wer dort graben würde, stößt mit Sicherheit auf Holzreste„, vermutet Klaus Weinert.

Sein reichhaltiges Wissen schöpft der gelernte Stahlbauschlosser insbesondere aus alten Schriften, beispielsweise dem Liebenwerdaer Heimatkalender sowie dem Kreisblatt.

“Bei uns im Grünewalder Heimatverein haben wir die Heimatkalender seit dem Jahr 1911 fast vollständig.„ Darüber hinaus greift Klaus Weinert öfter auf die heimatkundlichen Schriften des Chronisten Otto Bornschein und des Lehrers Rudolf Matthies zurück. Im Juli 2006 erschien der dritte Teil der Grünewalder Chronik, den Weinert maßgeblich mit verfasst hat. In dem 71-seitigen Werk sind insbesondere “Reisebeschreibungen„ der näheren und weiteren Umgebung von Grünewalde niedergeschrieben. Die Strecken hat Klaus Weinert fast alle mit dem Fahrrad abgeradelt. So gebe es kaum einen Punkt im näheren Umkreis seines Heimatortes, an dem der 69-Jährige noch nicht gewesen ist.

Die Liebe zur Heimat wächst in Klaus Weinert bereits seit seinen Kindertagen. “Damals sind wir in den Kippen nördlich von Bockwitz herum geklettert. Wir waren sogar auf der Suche nach dem Goldenen Kalb, das im Kostebrauer Römerkeller zu finden sein sollte. Allerdings war uns kein Erfolg vergönnt„, erinnert sich der zweifache Familienvater schmunzelnd.

Schon seit vielen Jahren übt das Schradenland auf den gebürtigen Bockwitzer eine große Faszination aus. Er schätzt insbesondere die Ruhe in der Niederungslandschaft.

Darüber hinaus imponiert Weinert, wie die ursprünglich wilde Gegend in Kulturland umgewandelt wurde. Torsten Richter/trt1