(dpa/chw) „Aloha“ ist eigentlich ein gutes Wort. Der hawaiianische Gruß steht für Liebe, Freundlichkeit oder Mitgefühl. Für einen bayerischen Polizisten ist er zum Stein des Anstoßes für einen Streit mit seinem Arbeitgeber geworden, der jetzt den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München beschäftigt. Der Beamte hatte schon vor fünf Jahren die Erlaubnis beantragt, sich einen „Aloha“-Schriftzug auf den Unterarm tätowieren zu lassen. Doch das Polizeipräsidium lehnte den Antrag ab.

Die Begründung: Wenn der 1976 geborene Polizeioberkommissar die Sommeruniform mit den kurzen Ärmeln trage, dann wäre „Aloha“ ja für jeden sichtbar.

Grundlage für das Verbot ist der Artikel 75 des Bayerischen Beamtengesetzes. „Soweit es das Amt erfordert, kann die oberste Dienstbehörde nähere Bestimmungen über das Tragen von Dienstkleidung und das während des Dienstes zu wahrende äußere Erscheinungsbild der Beamten und Beamtinnen treffen“, heißt es darin.

Es ist längst nicht das erste Mal, dass deutsche Gerichte sich mit dieser Frage befassen müssen. Erst Ende September entschied das Verwaltungsgericht in Magdeburg, dass ein Polizei-Anwärter in Sachsen-Anhalt, der sich eine vermummte Gestalt und das Logo des 1. FC Magdeburg auf die Wade tätowieren ließ, nicht deshalb abgelehnt werden darf.

Peter Schall, bayerischer Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, hält ein striktes Tattoo-Verbot für Polizisten für überholt. Laut einer Studie der Uni Leipzig aus dem vergangenen Jahr ist jeder fünfte Deutsche tätowiert. Und es werden mehr. „Man wird sich das auf Dauer nicht leisten können, die Leute auszugrenzen. Die Befähigung sollte entscheiden und nicht das Aussehen“, meint Schall.

In Berlin hat die Polizei ihre Haltung inzwischen schon ganz offiziell geändert. In einem Bewerbungs-Aufruf der Hauptstadt-Polizei hieß es: „Die Polizei Berlin ändert ihren Umgang mit Tätowierungen!“ Ausnahmen: extremistische, sexistische, gewaltverherrlichende und religiöse Motive. „Aloha“ steht nach Ansicht des klagenden Polizisten „in vollem Einklang zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung“.