Nase geputzt, Mütze aufgesetzt, den Reißverschluss der warmen Jacken zugezogen. Heike Hantsch, Leiterin der Kita "Kunterbunt" in Kunersdorf, holt Jonas, einem ihrer Schützlinge, noch ein Steinchen aus dem Gummistiefel, dann geht es raus auf den Spielplatz. Tagelang haben die großen Bäume mit Kastanien und Bucheckern geworfen, nun fallen die bunten Blätter. Doch noch mehr als sie leuchten die neuen Spielgeräte in der Herbstsonne. Drei Jahre lang haben die Kinder, Eltern und sieben Erzieher mit mehr oder weniger großen Baustellen an und in der Kita leben müssen. Nach den Planungen im Jahr 2009 war 2010 mit dem Anbau - dem heutigen Zwergen-Haus für die Jüngsten - begonnen worden. Als das geschafft war, konnte 2012 die Rekonstruktion des alten Gebäudes anlaufen - eine neue Heizung und neue Elektrik kamen ins Haus, die Räume wurde renoviert und auch außen folgten auf die Dämmung kräftige Farben.

In diesem Sommer wurden die beiden Spielplätze erneuert. Jetzt haben auch die Jüngsten einen Klettertunnel und ein Karussell. Die Großen können schaukeln und rutschen und Runden auf der großen Rollerbahn drehen. "Wir wollen noch Verkehrsschilder aufstellen und Fahrbahnmarkierungen aufbringen und die Terrasse als Kreuzung anbieten. Wenn dann im nächsten Frühjahr auch noch der Wasserspielplatz sprudelt, haben wir es endlich geschafft", so Heike Hantsch. Sie ist froh, dass die Eltern und Großeltern mit den Kindern so viel Geduld aufgebracht haben und ihre Vorgängerin Rita Nugel alles gut angeschoben hat.

Einfach war es nicht, bestätigt Kämmerin Renate Spiegel. Nachdem 207 900 Euro Fördermittel in die Bauarbeiten geflossen waren, kam eine bittere Absage. Wie beim "Zwergenstübchen" in Kolkwitz gab es auch für die Kunersdorfer keine 80 000 Euro Fördermittel für die Außenanlagen. Sollte der letzte Abschnitt der Bauarbeiten erneut verschoben und noch einmal auf Fördermittel gewartet werden? "Die Gemeindevertreter haben zugunsten der Kinder entschieden. Die Gemeinde sollte die Anlagen alleine stemmen", so die Kämmerin. Damit erhöhte sich der Eigenanteil auf 212 100 Euro. Aber die Knirpse genießen es und haben alles mit einem großen Sommerfest gefeiert. 48 Kinder von null Jahren bis zum Vorschulalter besuchen die Kita. Bis zum April 2014 kommen noch neun dazu, sodass die Kapazität von 65 Kindern dann fast erreicht sein wird. "Wir sind sehr gefragt, haben uns entschlossen, eine vierte Gruppe für die Zweieinhalb- bis Dreijährigen aufzumachen. Bei uns sind schon Kinder angemeldet, die noch gar nicht geboren sind." Sie kommen neben Kunersdorf auch aus Milkersdorf, Papitz, Glinzig und Kolkwitz. Und der junge Praktikant aus Spremberg darf ein wenig hoffen, im nächsten Jahr übernommen zu werden.