Bisher war es möglich, Verstorbene in einem anonymen Urnenbestattungsfeld ohne jeglichen Hinweis auf deren Namen zu bestatten. Das möchte die Kirchengemeinde künftig nicht mehr. „Zum einen zeichnet sich eine starke Individualisierung im Umgang mit Tod und Sterben ab. Zum anderen nimmt die Zahl der anonymen Bestattungen auffällig zu. Nüchtern betrachtet geht es dabei meist um finanzielle Gründe oder um die Angst der Alten, ihren Nachkommen mit der Grabpflege zur Last zu fallen“, sagt Herzbergs Pfarrerin Jutta Noetzel. Der Name am Grab, so sagt sie, sei aber ein Symbol für die Würdigung eines Lebens. Dem stehe eine beziehungslose Einsamkeit entgegen. „Wenn erst eine anonyme Bestattung erfolgt ist, erleben wir es, dass Angehörige kommen und weinen, weil sie keinen Ort zum Trauern haben. Das war ein Grund für uns, die Friedhofssatzung zu ändern“, sagt Jutta Noetzel.

Dennoch habe man versucht, den neuen Tendenzen Rechnung zu tragen und „eine nur geringfügig kostenintensivere Alternative“ zu ermöglichen, so die Pfarrerin. Dem einst anonymen Urnenbestattungsfeld auf dem Herzberger Friedhof wird eine Stele beigefügt, auf der künftige Emailleschilder mit dem Namen, sowie dem Geburts- und dem Sterbejahr des Verstorbenen aufgeführt werden. Auch das nachträgliche Anbringen einer solchen Tafel ist auf Antrag möglich, erläutert Jutta Noetzel.

Rosengrabanlage geplant

Ferner wurden mehrere neue Formen von Urnengemeinschaftsgrabanlagen geschaffen, die ein namentlich gekennzeichnetes Grab innerhalb eines Grabkomplexes vorsehen. So soll eine Rosengrabanlage entstehen. Auch Baumbestattungen sind möglich. „Die Pflege dieser Grabanlagen liegt in der Hand des Friedhofs. Die Angehörigen sind somit von der Grabpflege entlastet“, sagt Jutta Noetzel.

Ähnlich halten es auch die Betreiber der Friedhöfe in anderen Orten. Auf dem kirchlichen Friedhof in Schönewalde werden halbanonyme Bestattungen angeboten. „Die Namen der Verstorbenen stehen auf einer Tafel“, so Manuela Fürst von der Stadtverwaltung. Auf städtischen Friedhöfen sei das momentan noch nicht möglich, aber in der Diskussion. In Falkenberg gibt es eine Urnengemeinschaftanlage. Die Namen können öffentlich gemacht werden. Auch anonyme Erdbestattungen sind möglich. Die Namen der Verstorbenen werden in einem Buch eingetragen, so Andy Löppen von der Stadt. Falkenberg verfügt außerdem über einen Friedpark. Auf Wunsch werden die Namen der Verstorbenen auf einer Tafel angebracht. Auf dem Schliebener Friedhof gibt es zwei Gemeinschaftsurnenanlagen. „Eine ist komplett anonym, bei der anderen werden Namen, Geburts- und Sterbedatum öffentlich gemacht“, so Ordnungsamtsleiterin Heike Hofmann. Eine völlig anonyme Urnenanlage gibt es in Hohenbucko.