Mit Kettensägen und Heckenscheren ist der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auch am Dienstag gegen Drogenverstecke im Görlitzer Park vorgegangen. Grünanlagen wurden gestutzt oder abgeholzt, um den Park für die Dealer weniger attraktiv zu machen. In den dichten Büschen seien dabei auch "Generationen von Müll" aufgetaucht, sagte ein Sprecher des Bezirksamtes. Bei den Arbeiten hatte die Polizei am Montag ein Versteck mit den gefährlichen chemischen Drogen Crack, Crystal Meth, Ecstasy und LSD entdeckt.

Zwischen den dichten Sträuchern, kleinen Bäumen und Gebüschen in dem Park, den eigentlich zahlreiche Familien besuchen, verstecken die Dealer ihre Ware. Zumeist wird Marihuana verkauft.

Am Dienstagnachmittag kam zum ersten Mal die von Innensenator Frank Henkel (CDU) angekündigte sogenannte Taskforce gegen den Drogenhandel in dem Park zusammen. Teilnehmer der ersten Sitzung waren neben Henkel und seinem Staatssekretär Bernd Krömer (CDU), Justizsenator Thomas Heilmann (CDU), Polizeipräsident Klaus Kandt, Generalstaatsanwalt Ralf Rother, Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) und der Leiter der Ausländerbehörde. An einem Gesamtkonzept gegen den Drogenhandel im Park arbeitet die Polizei bereits.

Vor einer Woche eskalierten Gewalttätigkeiten zwischen Kneipenwirten und Drogenhändlern. Zwei Dealer wurden von Kneipenwirten durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Danach verwüsteten andere Drogenhändler eine Bar. Die Polizei ging daraufhin mit Razzien mit zahlreichen Polizisten, Hunden und Scheinwerfern gegen die Drogenhändler vor.