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| 02:42 Uhr

Keine Steuern auf Lottogewinne

Cottbus. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Sechser im Lotto liegt bei rund 1 zu 140 Millionen. Zählt man zu den Gewinnern, gibt es gleich doppelten Grund zur Freude: Der Lottogewinn muss nicht versteuert werden. Rüdiger Hofmann

"Das Finanzamt interessiert sich erst für den Lottogewinn, wenn der Gewinner das Geld anlegt und damit Zinsen erwirtschaftet", sagt Stephanie Bissels vom Lohnsteuerhilfeverein "Vereinigte Lohnsteuerhilfe" (VLH). Zinsen zählen wie Dividenden oder Wertzuwächse beim Verkauf von Aktien zu den sogenannten Kapitalerträgen. Und auf Kapitalerträge müssen Sparer Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zahlen.

Es gibt aber einen einfachen Weg, die Abgeltungssteuer zu sparen. Denn jedem Sparer steht ein Freibetrag in Höhe von 801 Euro zu. Ehepaare können sogar den doppelten Freibetrag in Höhe von 1.602 Euro in Anspruch nehmen. Kapitalerträge sind bis zu diesem Wert steuerfrei. Steuer-Experten raten deshalb, einen sogenannten Freistellungsauftrag bei der Bank zu beantragen.

Oft haben Sparer ihr Geld bei mehreren Banken angelegt - zum Beispiel bei der Hausbank und der Bausparkasse. In solchen Fällen kann der Freistellungsauftrag auch gesplittet und auf mehrere Banken verteilt werden. "Haben Sie Geld bei drei Banken angelegt, können Sie zum Beispiel jeder Bank einen Freistellungsauftrag in Höhe von 267 Euro erteilen", erklären die Steuer-Experten der Vereinigten Lohnsteuerhilfe. "Wichtig ist nur, dass die Freistellungsaufträge insgesamt den Wert von 801 Euro nicht übersteigen."

Viele Lotterien werben zudem mit einer monatlichen Sofortrente. Auch hier gilt: Der Gewinner muss keine Steuern auf das gewonnene Geld zahlen, nur für die Zinsen werden Steuern fällig - sofern Sie höher sind als der Freibetrag, erläutern die Steuerberater. Wer sich in Sachen Freibetrag und Freistellungsauftrag unsicher ist, kann sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater seines Vertrauens wenden.

Abgabefrist für die Steuererklärung 2015 ist der 31. Mai. Verspätete Abgaben sollten dem Finanzamt schriftlich begründet werden.