Aus einer Betriebsfeier wird – sobald die Vorgesetzten das Fest verlassen – eine private und nicht mehr von der Unfallkasse versicherte Veranstaltung. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hin.

Eine Ausnahme von dieser Regel machten die Richter am Sozialgericht Berlin. Wenn Vorgesetzte zur Weihnachtsfeier einladen und auch in die Organisation eingebunden sind, jedoch kurzfristig absagen müssen, bleibt das Fest eine betriebliche Veranstaltung (Urteil vom 16. Dezember 2010, Az.: S 163 U 562/09). Entsprechend musste die Unfallkasse für die Schäden aufkommen, die sich eine Arbeitnehmerin durch einen Sturz während der Weihnachtsfeier auf der Bowling-Bahn zugezogen hatte.

Unfallschutz hat Grenzen. Die Anwesenheit des Chefs ist allerdings auch keine Garantie dafür, dass die Unfallversicherung die Feier als Betriebsveranstaltung anerkennt. Denn eine wesentliche Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist auch, dass im Prinzip alle Beschäftigten mitfeiern können und ein wesentlicher Teil der Belegschaft dies auch tut. Folgt auf die offizielle Weihnachtsfeier noch ein Beisammensein im kleineren Kreis, an dem nur der Vorgesetzte und ein Teil der Angestellten teilnehmen, ist demnach die Unfallversicherung nicht mehr zuständig, wie das Hessische Landessozialgericht entschied (Urteil vom 26. Februar 2008, Az.: L 3 U 71/06).

Sonderfall „unter Alkohol“. Auch wenn sich ein Unfall zweifelsfrei während einer betrieblichen Weihnachtsfeier oder unmittelbar im Anschluss an die Feier ereignet, haftet die Unfallkasse nicht immer. Das gilt vor allem für Unfälle unter Alkoholeinfluss. Hier kommt die Unfallversicherung nur dann für die Folgen auf, wenn das Missgeschick auch in nüchternem Zustand hätte passieren können.

Wer ist versichert? An welchem Ort die Weihnachtsfeier stattfindet, ist für die Unfallversicherung egal. Zu beachten ist aber, dass der Versicherungsschutz nur für die Beschäftigten gilt. Nicht versichert sind ehemalige Mitarbeiter, Gäste oder mitfeiernde Angehörige, betont die DGUV.