Wenn der Rückflug nach einem schönen Urlaub alles andere als erholsam ist und die Passagiere mit deutlicher Verspätung landen, kann das zwar als Reisemangel geltend gemacht werden, doch sei die Urlaubszeit deshalb nicht komplett futsch. Das gilt auch dann, wenn die Situation von den Passagieren als psychisch belastend und die Rückreise als eine einzige Katastrophe empfunden wurde. Über dieses Urteil der Duisburger Amtsrichter berichtet die Zeitschrift "Reiserecht aktuell".

In dem Fall hatte die Maschine auf dem Rückflug nach Leipzig eine Verspätung von mehr als 15 Stunden und kam erst im Morgengrauen an. Grund waren mehrere technische Pannen: Unter anderem ließen sich die Landeklappen nicht einfahren, außerdem fielen die Hilfsturbinen aus.

Das sei eindeutig ein Reisemangel, urteilte das Gericht. Der Kläger hatte allerdings geltend gemacht, jede Erholung und Urlaubsfreude sei durch dieses Erlebnis nachträglich zunichte gemacht worden. Deshalb sei die gesamte Reise mangelhaft gewesen. Das sah das Gericht anders und sprach dem Kläger lediglich 72 Euro zu.

Mehr sei nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, etwa wenn der Flug mit einem Beinaheabsturz endet, sodass von einem gravierenden Reisemangel auszugehen sei. Das war nach Einschätzung des Amtsgerichts in diesem Fall aber nicht so. Die technischen Störungen seien kein lebensgefährliches Sicherheitsrisiko gewesen und nicht von solcher Schwere, dass der Erholungszweck des Urlaubs dadurch vollständig überlagert worden wäre.