Nachdem sowohl in Brandenburg als auch an der Elbe bei Hamburg zwei blaue Störche gesichtet wurden, winken Vogelexperten ab. „Die wahrscheinlichste Erklärung für das türkise Gefieder ist, dass die Störche in gefärbtem Wasser gebadet haben“, sagt der Storchenexperte des Naturschutzbund Deutschland, Kai Thomsen. „Die Langstreckenflieger lieben Zwischenstopps auf Müllkippen, möglicherweise sind sie dort in einer Farblache gelandet.“ Da die Vögel gern in Gruppen ziehen, hält Thomsen es für möglich, dass noch mehr blaue Störche entdeckt werden.

Der niedersächsische „Blau-Storch“ hat in Avendorf in einer Eiche am Elbufer sein Nest bezogen. „Er ist nicht ganz so gleichmäßig blau wie der in Brandenburg“, berichtet Michael Kaatz, Geschäftsführer der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt. Auch Kaatz favorisiert die Farbbad-Variante als Ursache für das blau-türkis schillernde Gefieder.

Thomsen sagt: „Die Tiere sind sehr schnell. Sie mit Farbpatronen zu beschießen, ist sehr schwierig. Außerdem wären sie dann vermutlich auch verletzt, was nicht so aussieht.“ Auch ein Streich scheint dem Storchexperten unwahrscheinlich: „Es ist sehr schwer, sich diesen Tieren zu nähern.“

Auszuschließen ist nach Ansicht beider Vogelkundler, dass die Zugvögel sich ihr blaues Gefieder „angefuttert“ haben. „Wenn Störche sehr viel Fisch essen, kann es manchmal zu einer leichten Rosafärbung kommen – ähnlich wie bei Flamingos“, erklärt Kaatz. „Aber hellblau, das gibt es nicht.“

Aufklärung versprechen sich die Experten, sobald die Tiere erste Federn verlieren, die dann untersucht werden können.