Nun wird sogar das Einquartieren entnervter Bahnpendler in einer ausgedienten Kaserne erwogen: Weil nach dem Hochwasser die ICE-Strecke Hannover-Berlin wohl noch viele Wochen gesperrt bleibt, müssen Bahnreisende auf den Strecken vom Ruhrgebiet und Frankfurt am Main nach Berlin weiter mit zeitraubenden Umwegen rechnen. Für Pendler, die das nicht bewältigen können, will die Stadt Wolfsburg eine Unterbringung nicht nur in einer Kaserne, sondern wenn es sein muss, auch in Wohnwagen oder Wohnmobilen organisieren.

"Die ICE-Anbindung ist für Wolfsburg und Volkswagen ein wichtiger Standortfaktor - deshalb dürfen wir nicht über Monate vom ICE-Netz abgeschnitten sein", schimpfte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD). Von der Bahn forderte er schnelle Übergangslösungen. Und die wird es ab Monatsende geben. Die Hunderten Berliner, die zur Arbeit nach Wolfsburg pendeln, können zumindest alle zwei Stunden wieder in einen ICE Richtung Niedersachsen steigen, auch wenn dieser wegen einer Umleitung über Wittenberge länger unterwegs ist.

Die Hochwasserflut im Juni gehört nach Einschätzung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re zu den teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten in Deutschland. Der Konzern schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Überschwemmungen in Deutschland und seinen Nachbarländern auf mehr als zwölf Milliarden Euro. Der Großteil davon entfalle auf Deutschland, teilte die Munich Re am Dienstag in München mit. Der versicherte Schaden betrage gut drei Milliarden Euro.