Eine leichte Knabberei sind Kartoffelchips keinesfalls. Figurbewussten offerieren Hersteller deshalb fettreduzierte Chips. Die Stiftung Warentest hat neben herkömmlichen und fettreduzierten Paprikachips auch Stapelchips mit Paprikawürzung und exemplarisch ausgewählte Besonderheiten mit Salz unter die Lupe genommen. Das Ergebnis in der aktuellen "test"-Ausgabe lautet: Mehr als die Hälfte der 30 Produkte schneidet gut ab. Klare Verlierer sind Biochips. Für alle drei Erzeugnisse heißt es "mangelhaft".

Teuer, aber Spitze. Paprikachips essen die Deutschen am liebsten, sie schmecken würzig und leicht salzig. An der Spitze dieses Testfelds steht ein Markenprodukt: die Chipsfrisch Ungarisch von Funny-Frisch für 96 Cent pro 100 Gramm (alle folgenden Preisangaben jeweils pro 100 Gramm). Sie gehören zu den teuren unter den guten Paprikachips.

Günstiger und gut. Mit den Paprikachips von Rewe/ja! oder Kaufland/K-Classic - jeweils für 0,38 Cent - lässt es sich deutlich günstiger und fast genauso gut knuspern.

Die Besten mit weniger Kalorien. Als Sieger der fettreduzierten Paprikachips verlassen Feurich Easy von Aldi (Nord) für 0,38 Cent den Test. Mit "gut" schneiden auch die Lorenz Crunchips Light ab, sind aber mit 0,95 Cent fast doppelt so teuer.

Wenig Chancen für kleine Portionen. Die Kartoffelchips im Test enthalten durchschnittlich mehr als 30 Prozent Fett. Stiftung Warentest kritisiert, dass die Hersteller trotzdem versuchen, dem Konsumenten ein gutes Gefühl zu geben. Glaube dieser den Nährwertangaben auf der Verkpackung, nimmt er etwa bei den Funny-Frisch Chipsfrisch Ungarish mit einer Portion nur 16 Prozent der tolerierten Tagesration Fett zu sich. Das Verbrauchermagazin klärt auf: Unter einer typischen Portion verstehe Funny-Frisch - wie die meisten anderen Antbieter - gerade mal 30 Gramm Chips. Das sei eine gute Handvoll. Wohl kaum einer der Knabberfreunde legt die Tüte danach wieder weg, sondern leert sie unaufhörlich. ´

Light-Chips können punkten. In den leichten Varianten der Chips steckt bis zu einem Drittel weniger Fett. Auf Geschmack muss trotzdem niemand verzichten. Auch fettreduzierte Paprikachips sind knusprig und würzig, sie schmecken nur leicht oder gar nicht fettig. Kalorien sparen sie allerdings wenig ein - im Schnitt nur um die zehn Prozent.

Sonnenblumenöl als Standard. Zum Frittieren verwenden alle Anbieter im Test Sonnenblumenöl, meist ölsäurereiches. Dieses High-Oleic-Öl eignet sich durch seinen hohen Anteil an Ölsäure sehr gut zum Frittieren.

Vor allem Biochips enttäuschen. Neben den normalen und mit "ausreichend" bewerteten Chips von Pringles für 1,14 Euro - enthielten auch die Bioprodukte von Alnatura für 1,32 Euro und Original Lantchips für 1,89 Euro neben Sonnenblumenöl geringe Anteile von Palmöl oder Palmfett. Im Zutatenverzeichnis beider Biochips ist aber nur Sonnenblumenöl aufgelistet - darum sind sie insgesamt "mangelhaft". Die Bio-Lantchips rochen und schmeckten außerdem leicht ranzig. Hier stellten die Tester beginnenden Fettverderb fest. Auf den fettreduzierten Chips von Trafo Bio-Organic für 1,95 Euro fanden sich schwarze pulvrige Partikel. Laut Analyse handelte es sich um verkohlte Kartoffelreste. Für eine sorgfältige Herstellung spricht das nicht. Außerdem schmeckten diese Chips alt, bitter und dumpf.

Schadstoffe als Zugabe? Die Warentester fahndeten auch nach Schadstoffen in den Chips. Der Test zeigt: Alle Produkte lagen deutlich unter dem europä ischen Richtwert für Acrylamid - mit einer Ausnahme: Die aus blauen Kartoffeln hergestellten Terra Blues Chips für 2,72 Euro enthielten zu viel Acrylamid. Das heißt: Qualitätsurteil "mangelhaft".

Auch die beliebten Stapelchips der Marke Pringles fielen durch ihren Schadstoffgehalt auf. Wer sich nicht beherrschen kann und eine ganze Packung verputzt, kann die täglich tolerierte Menge von 3-Monochlorpropandiol überschreiten. Deswegen schneiden die Pringles Paprika nur mit einer ausreichenden Bewertung ab.Ausführlich in "test" 1/13 und unter www.test.de/chips