Am Sonntag zog der "Zug der fröhlichen Leute" durch Cottbus. Rund 3000 Narren boten den Zuschauern am Straßenrand Tanz, Musik und Kamelle. Auch bei Minustemperaturen verging keinem die Lust am Feiern. Aufgewärmt mit Kaffee und Glühwein hielten die meisten Zuschauer durch, bis der letzte der 90 geschmückten Festwagen vorbeigezogen war.

Aus der gesamten Lausitz, aus Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt waren die rund 100 000 Schaulustigen angereist, um den größten Karnevalsumzug Ostdeutschlands zu erleben.

Einige Karnevalsvereine nahmen sich mit Sprüchen und Malereien brisanter politischer Themen an, wie der Fusion der beiden Lausitzer Hochschulen oder der Verzögerungen beim Bau des Flughafens BER. Und fast alle hatten in diesem Jahr offenbar fleißig die Choreografie zum Hit "Gangnam Style" des Koreaners Psy geübt.

Nach dem Umuzug feierten die Cottbuser Narren im Festzelt auf dem Viehmarkt bei Musik und Tanz weiter.

Einen Tag zuvor waren bereits Umzüge durch Bad Muskau und Plessa gezogen. Drei Stunden lang hatten die Narren Plessa fest im Griff. Das Motto in diesem Jahr: "Mach es wie die Narrenuhr, zähl' die lust'gen Stunden nur." Dass in dieser Saison nur 37 statt der sonst um die 50 Umzugsbilder an der Parade teilnahmen, tat der Stimmung keinen Abbruch. Aus dem Oberspreewald-Lausitz und Sachsen waren zahlreiche Schaulustigen zum Zug nach Plessa gekommen. Narren in Tierkostümen mischten sich zwischen die tanzenden Funken, ehrwürdige Ministerriegen und Musikformationen. Die Umzugsteilnehmer zeigten sich spendabel und verteilten fleißig nicht nur Konfetti, sondern auch Bonbons und Souvenirs. Bestens gelaunt feierte Bad Muskau unter dem Motto der 58. Saison "Der EBM, der lässt es knallen, bei Pulverschnee und Eiskristallen!". Zahlreiche Zuschauer am Straßenrand sorgten dabei für eine stimmungsvolle Kulisse.