Der mutmaßliche Mörder Ali K. ist auf der Flucht und wird in der Türkei vermutet. Er soll Kardelen Mitte Januar missbraucht und getötet haben. Die Leiche des türkischstämmigen Mädchens war später in einem Waldstück am Möhnesee im Sauerland gefunden worden. Für den Fall, dass Ali K. in der Türkei gefasst wird, rechnen die Staatsanwälte nicht mit seiner Auslieferung nach Deutschland. Die türkischen Behörden hätten dies den deutschen Ermittlern bereits signalisiert, sagte Rürup und bestätigte Informationen der Zeitung "Neue Westfälische". Im Falle einer Festnahme planten die türkischen Behörden ein eigenes Strafverfahren. "Wir werden das selbstverständlich respektieren", sagte der Sprecher. In der Türkei steht auf ein solches Verbrechen lebenslange Haft. Die türkische Polizei begann unterdessen mit ihren Ermittlungen. "Der Verdächtige steht unter einem hohen Fahndungsdruck", sagte Rürup. "Er könnte in den nächsten Tagen gefasst werden." Beamte in der westtürkischen Stadt Aydin haben die Fahndung nach dem 29-Jährigen aufgenommen. Das berichteten Medien des Landes. In Aydin lebe der Vater des jungen Mannes, der mittels DNA-Spuren von der deutschen Polizei als Verdächtiger identifiziert worden war. Ein Polizeisprecher betonte, dass man noch nicht sicher wisse, ob sich K. derzeit tatsächlich noch in der Türkei aufhalte. Das Verbrechen hatte in Deutschland und in der Türkei Trauer und Entrüstung ausgelöst. dpa/ig