Der Zivilprozess um Schadenersatzforderungen von Jörg Kachelmann an seine Ex-Geliebte geht hinter verschlossenen Türen und ohne den Moderator weiter. Das Frankfurter Landgericht kündigte an, dass die Öffentlichkeit an diesem Mittwoch erneut von der Verhandlung ausgeschlossen werde. Auch Kachelmann selbst wird nicht dabei sein, wenn seine Anwältin Anne Marie Welker über die geforderten mehr als 13 000 Euro Schadenersatz verhandelt. Der 54-Jährige ist "terminlich" verhindert. Mit einem Urteil oder einer Einigung rechnen Prozessbeobachter noch nicht.

Der Schweizer Moderator verlangt das Geld für Sachverständigengutachten, mit denen er sich im Strafprozess gegen den Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Geliebten verteidigt hatte. Sollte er damit Erfolg haben, könnten weitere Klagen folgen. Das Mannheimer Landgericht hatte ihn nach einem aufsehenerregenden Strafprozess im Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Als Kläger in dem Frankfurter Zivilprozess muss Kachelmann nun - anders als im Strafverfahren - beweisen, dass seine Ex-Freundin ihn zu Unrecht beschuldigt hat.

Die gerichtliche Feststellung seiner Unschuld dürfte wohl der wesentliche Zweck der Klage sein. Denn das Mannheimer Landgericht hatte Kachelmann zwar freigesprochen, aber nur, weil die Richter nicht von seiner Schuld überzeugt waren - nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten". Dass Claudia D. gelogen hat, darauf wollten sie sich nicht festlegen. Kachelmann und seine Anwältin wollen also die Frankfurter Zivilrichter in dieser Frage überzeugen.

Ob die Frankfurter Zivilkammer noch einmal Beweise zu der fraglichen Nacht vom 8. auf den 9. November 2010 erhebt, ist noch unklar. Zunächst müssten beide Seiten persönlich gehört werden, sagen Beobachter. Dafür werde es sicherlich einen weiteren Verhandlungstermin geben. Eine schnelle Einigung am Mittwoch halten sie für unwahrscheinlich, nachdem der erste Gütetermin Ende Oktober kein Ergebnis gebracht hatte. Der Anwalt von Kachelmanns Ex-Geliebter, Manfred Zipper, sagte, beide Seiten könnten jetzt noch einmal Einigungsvorschläge austauschen. Er strebt "eine Ge samt erledigung aller Ansprüche" an - also auch für andere Verfahren. Kachelmanns Anwälte äußerten sich nicht.

Der Vorsitzende Richter der 18. Zivilkammer, Richard Kästner, hatte zum Prozessbeginn im Oktober das Erscheinen der beiden Kontrahenten in Frankfurt angeordnet und die Öffentlichkeit nach wenigen Minuten ausgeschlossen. Er hatte dies damit begründet, dass "persönliche Verhältnisse der Parteien erörtert werden, die nicht in die Öffentlichkeit gehören". Das gelte weiterhin, so das Gericht.

Diesmal hat Kästner aber wegen der "terminlichen Verhinderung" Kachelmanns beide Parteien vom persönlichen Erscheinen entbunden. Zuvor war die Verhandlung schon einmal aus Termingründen vom 19. Dezember auf diesen Mittwoch verschoben worden. Claudia D. will nach den Worten ihres Anwalts aber vor Gericht erscheinen.