Seit Eurem ersten Auftritt in Cottbus sind zwei Jahre vergangen, wie geht es Euch heute?

Wir sind in den drei Jahren unserer Bandgeschichte sehr zusammengewachsen. Die Erlebnisse, die wir teilen, und das gemeinsame Ziel, die Band voranzubringen, schweißen auf Dauer einfach zusammen. Wir merken, dass wir immer bekannter werden. Manchmal fühlt es sich schon komisch an, wenn man als „Christian von Secret Basement“ vorgestellt wird. Immerhin hat alles so klein angefangen. Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben.

Wie sind Eure Auftritte in diesem Jahr in Polen gelaufen?

Konzerte in Polen sind für uns immer besonders. Eine der Veranstaltungen fand im Kulturhaus von Góra statt. Wir waren die erste deutsche Band, die dort gespielt hat. Deshalb war auch gleich der Lokalsender vor Ort. Im Anschluss bot uns ein Bistrobesitzer an, ein Akustik-Konzert in seinem Laden zu geben und dafür kostenlos dort essen und trinken zu dürfen. Die junge Band Rock Comets, die in dieser Stadt lebt, hatte uns 2010 in Zielona Góra live gesehen und wollte unbedingt mit uns spielen. Wegen der sprachlichen Barriere hatte die Band die Organisation übernommen. Wir werden uns natürlich revanchieren und sie zu uns holen. Wir wurden in Polen sehr herzlich empfangen, unsere Musik fand großen Anklang, und wir haben viele nette Bekanntschaften geschlossen.

Was ist aus Eurem Debütalbum geworden?

Das haben wir im Sommer in Groß Leuthen aufgenommen. Es wird voraussichtlich in der ersten Hälfte 2012 veröffentlicht. Der Sound der Platte basiert vor allem auf Blues-Elementen und vermischt sich mit Rockmusik aus den Stilrichtungen Grunge und Punk. Den Hörer erwarten zwölf englischsprachige Songs, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern werden. Garantiert nicht nur etwas für Fans der White Stripes oder von Nirvana. Da wir aus Kostengründen auf die digitale Produktion zurückgreifen mussten, werden wir das Album auch auf Vinyl veröffentlichen. Digitale Aufnahmen sind letztlich nicht wirklich genau. Sie sind gute Kopien, aber sie können nicht mit der Qualität mithalten, die Musik hörenswert macht. Die meisten Menschen empfinden den Klang als wärmer und einladender, wenn sie zum ersten Mal eine Schallplatte hören.

Was ist es eigentlich nach dem ersten Landesrockwettbewerb weitergegangen?

Mit dem Preisgeld der beiden Rockwettbewerbe finanzieren wir einen Großteil unseres Albums. Der Weg ist allerdings nach wie vor beschwerlich, da wir uns neben Ausbildung, Beruf und Studium allein um die Organisation rund um die Band kümmern müssen. Viele Veranstalter haben jedoch unser Talent erkannt und mit jedem Konzert wächst die Zahl unserer Fans. Das Wichtigste jedoch ist, dass Musikinteressierte weiterhin Augen und Ohren für neue Talente offen halten und Musiker wie uns unterstützen, indem sie ihre Konzerte besuchen und Tonträger kaufen.

Im Kulturhof seid Ihr ja nächste Woche nicht zum ersten Mal – was können die Besucher diesmal von euch erwarten?

Wir treten gern im Kulturhof auf, weil es sich für uns wie eine Heimkehr anfühlt. Im Publikum sieht man viele bekannte Gesichter. Bei all den Konzerten, die wir in anderen Regionen geben, freut es uns, die Musik mit Leuten aus der Heimat zu teilen. Nächste Woche haben wir einige neue Songs im Gepäck, die den einen oder anderen überraschen werden. Wir experimentieren viel und lassen uns von Genregrenzen nicht aufhalten. Vor uns wird die neue Band Our Slight Indulgence aus Altdöbern auftreten, die mit ihrer Mischung aus Experimental Rock, Alternative und Post-Hardcore ein anspruchsvolles Kontrastprogramm liefert. Einlass ist ab 21 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro.

Welche Pläne habt Ihr?

An erster Stelle steht für uns, weiterhin interessante Musik zu produzieren und viele Menschen damit zu erreichen. Wir erwarten mit der Veröffentlichung unseres Debütalbums noch mehr Präsenz in der Musikszene. Im Sommer wollen wir auf Open Air Festivals in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen spielen, um das schöne Wetter zu nutzen. Im Herbst folgen Clubkonzerte, und im Winter werden wir an neuen Songs arbeiten.

Mit Christian Richter sprach Hannelore Kuschy