ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:29 Uhr

Junges Motodrom läuft den Dino-Rennstrecken den Rang ab

Pressesprecherin Carolin Schneider und Geschäftsführer Josef Meier auf der Haupttribüne. Foto: Feller
Pressesprecherin Carolin Schneider und Geschäftsführer Josef Meier auf der Haupttribüne. Foto: Feller FOTO: Feller
Klettwitz. Am wohlsten fühlen sich die Zuschauer der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) auf dem Lausitzring. Das hat eine kürzlich veröffentlichte unabhängige Befragung von insgesamt 2500 Zuschauern auf den fünf Rennstrecken ergeben. Manfred Feller

Das Lausitzer Motodrom erhielt dabei mit 1,76 als einziges eine bessere Note als die 2. Es folgten Nürburgring (2,10), Norisring (2,10), Hockenheimring (2,17) und Oschersleben (2,39). Die Zuschauer bewerteten sieben Kategorien mit 16 einzelnen Punkten.

Im RUNDSCHAU-Gespräch zeigt sich Josef Meier, geschäftsführender Gesellschafter der EuroSpeedway Verwaltungs-GmbH, wenig überrascht. „Dieses Ergebnis hat mein Gefühl bestätigt“, sagt er selbstbewusst. „Ich merke schon vor und während der Veranstaltung, ob alles gut läuft.“

Von der Fan-Umfrage während des DTM-Rennens am 19. Juni habe er nichts gewusst. Aber dass sich der Lausitzring bei einem Test oder Ähnlichem durchaus vorn platzieren kann, davon war er schon vorher überzeugt.

„Mittlerweile ist auch unsere geografische Lage nicht mal mehr ein Nachteil“, sagt er zur östlichsten deutschen Rennstrecke. Es habe zwar den Anschein, dass der Ring auch in den Nachbarländern Polen und Tschechien immer populärer werde, jedoch seien die absoluten Zuschauerzahlen aus dieser Richtung noch sehr gering.

Das Ergebnis der Zuschauerbewertung zaubert zwar ein Lächeln in das Gesicht des Bayern, er blickt aber auch angestrengt nach vorn: „Die Umfrage ist uns ein Ansporn, den aktuellen Stand als Minimum zu halten. Wir wollen uns noch verbessern.“

Einzig in den Punkten Eventcharakter, Programm, Preis/Leistung und Streckenimage belegt der Lausitzring nicht den 1. Platz. „Auf das Rahmenprogramm haben wir wenig Einfluss“, bedauert Josef Meier. Das sei eine Sache des DTM-Promoters ITR. Er könne sich vorstellen, dass weniger bekannte Rennserien das Programm stärker bereichern. Der Geschäftsführer denkt zum Beispiel an Schaufahrten von Oldtimer-Rennwagen oder an die Händlermeile, die durchaus attraktiver werden könnte. Da die Marke BMW ab der nächsten Saison die DTM spannender machen wird, würden automatisch mehr Händler kommen.

Was das Image angeht, so habe der Lausitzring als junge Rennstrecke (im Jahr 2000 war die Eröffnung) ordentlich aufgeholt. Josef Meier bedauert jedoch, dass die Zuschauer durch die nahezu perfekt organisierte An- und Abreise mit absolut kurzen Wegen zur Autobahn im Prinzip nichts von der Landschaft ringsherum kennenlernen. „Ich bin gerne hier“, sagt er, der ansonsten in einer eher bergigen Gegend zu Hause ist. „Im Sommer bin ich hier fast jeden Abend mit dem Rad unterwegs“, versichert er. Den einen oder anderen Tagebausee habe er schon umrundet.

Neben der DTM soll im nächsten Jahr wieder ein Langstreckenrennen auf dem Ring stattfinden. Das Management sei an dem Thema dran. „Wir wollen auch eine Musikveranstaltung herholen“, greift der Geschäftsführer den Wunsch der Lausitzer auf. Doch viele Künstler würden das Risiko scheuen, auf die notwendigen 60 000 Zuschauer zu bauen. „Und 20 000 Leute verlaufen sich bei uns“, hält auch Josef Meier ebenfalls nichts von zu kleinen Konzerten. Seine Wunschmusiker wären noch einmal die Jungs von ACDC. Wer auch immer es werden könnte: „Wir arbeiten daran.“

Außerhalb des Motodroms hat sich für die Motocrosser eine langjährige Forderung erfüllt. Ab 2012 steht ihnen eine Motocrossstrecke zur Verfügung. Eine Tradition wird damit in der Lausitz fortgeführt. „Das Echo in der Region war positiv“, freut sich Josef Meier. „Offroad ist hier sehr populär.“

Zum Thema:

Zum ThemaBei der DTM-Fanumfrage haben die Zuschauer auch Verkehr, Verkehrsfluss, Parkplätze und Streckeninfrastruktur bewertet. Hier liegt der Lausitzring mit den vier Autobahnanschlussstellen und dem neuen Straßennetz ringsherum deutlich vorn, ebenso bei der Gastronomie, den sanitären Anlagen und der Sauberkeit.