Kräftige Gitarrenklänge schallen am Samstagnachmittag über die Flure Senftenberger Rathauses. Im großen Saal sitzen Catalina Lachenmeir (13), Darleen Schütz (14), Michaela Andersen (12), Jona und Carlotta Hölz (11). Ein letztes Mal studieren die Musikschülerinnen ihre Notenblätter für den großen Auftritt beim 50. Regionalwettbewerb Süd von "Jugend musiziert". Das Quartett in der Kategorie Zupf-Ensemble will sich am letzten Tag noch ein Ticket für den Landewettbewerb sichern.

Über ein halbes Jahr haben die vier Nachwuchstalente der Kreismusikschule Dahme-Spreewald zielstrebig auf diesen Moment hingearbeitet. Dabei bleibt nur eine Viertelstunde Zeit, um vor der vierköpfigen Jury ihr Können unter Beweis zu stellen. Dafür haben sich die Gitarristinnen Stücke von Johann Sebastian Bach, Werner Kämmerling und Hans Brüderl ausgesucht.

"Wir achten in dieser Kategorie auch darauf, das Werke unterschiedliche Stilepochen ausgewählt wurden", sagt der Jury-Chefin Sonja Junghänel. Die Leiterin der Kunst- und Musikschule Spree-Neiße begutachtet mit seinen fachkundigen Kollegen zudem die technische Umsetzung und das Zusammenspiel. Maximal werden 25 Punkte vergeben.

Die Besonderheit bei Ensemblemusikern wie Catalina, Darleen, Michaela, Jona und Carlotta ist, dass sie sich beim Bühnenauftritt blind verstehen müssen, erklärt Gitarrenlehrerin Sophie Timmermann. Sie betreut die Vier seit eineinhalb Jahren an der Musikschule in Wildau. "Das Abschneiden bei ‚Jugend musiziert' ist für meine Schüler auch ein Ansporn sich weiter zu verbessern", sagt Timmermann.

Als das Quartett vor die Jury tritt, fehlt vom anfänglichen Lampenfieber jede Spur. Mit Bravour meistern sie ihre Partituren. Die Juroren hören aufmerksam zu und vergeben am Ende 16 Punkte. Damit haben die Vier den Einzug ins Landesfinale verpasst, denn dafür sind genau 23 Punkte nötig. Sie freuen sich trotzdem, eine respektable Leistung präsentiert zu haben.

Genau diese Freude soll Deutschlands wichtigster Wettstreit für den musikalischen Nachwuchs vermitteln, sagt Ulrich Stein, Leiter der Musikschule des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. "Denn nur mit Spaß am Musizieren können die Schüler ihre Leistungen über einen langen Zeitraum allmählich steigern", erklärt er. Zudem lobt Stein die guten Bedingungen an den sieben Senftenberger Spielstätten: im Theater Neue Bühne, der Wendischen Kirche, im Konzertraum der Kreismusikschule, im Saal des Kreishauses, in der Begegnungsstätte des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Sparkasse Niederlausitz und dem Senftenberger Rathaus. "Ohne das Engagement vieler Helfer hinter den Kulissen wäre das nicht möglich", so der Pädagoge.

Das sieht auch Chef-Organisator Michael Dittrich so: "Die Mitarbeiter der Senftenberger Musikschule haben den Löwenanteil der Vorbereitung vor Ort geleistet." Für den Regionalwettbewerb bilanziert der Vize-Direktor des Cottbuser Konservatoriums "ein hohes Niveau quer durch alle Kategorien". Das spiegle sich auch im Ergebnis wider: Insgesamt schafften es 120 von 312 Jungen und Mädchen zwischen sieben und 27 Jahren in die nächste Runde. Sie sind zum Landeswettbewerb delegiert, der am 22. und 23. März in Potsdam ausgetragen wird.

Drei der Delegierten stammen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und 20 aus Oberspreewald-Lausitz. Unter den letzteren sind auch Annika Schmidt (17) aus Senftenberg und Anna Jänchen (17) aus Ruhland. Die beiden Nachwuchstalente der Kreismusikschule in Senftenberg sind als Duo in der Kategorie Klavier und Blasinstrument im Landratsamt angetreten.

Die Jury zeigte sich von Klarinettistin Annika und Pianistin Anna beeindruckt. Sie bekamen 23 Punkte. Die beiden Mädchen waren mit ihrer erstklassigen Leistung zufrieden und freuen sich auf den Landesausscheid.

www.lr-online.de/bilder

Zum Thema:
23 Musikschüler aus den Kreisen Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald haben sich für den Landeswettbewerb Mitte März in Potsdam qualifiziert. Die meisten Musikschüler, die am Landeswettbewerb teilnehmen dürfen, kommen aus dem Bereich "Duo: Klavier/Blasinstrument". Dazu gehören: Johanna Schiller (Querflöte) und Beyer Liv (Klavier), Carolin Kilian (Klavier), Florian Hruschka (Waldhorn) und Tina Engel (Klavier), Elisabeth Kehrel (Klarinette) und Felix Förster (Klavier), Richard Mogwitz (Fagott) mit Saskia Fillinger (Klavier), Annika Schmidt (Klarinette) und Anna Jänchen (Klavier). Folgende Streicher (solo) haben sich qualifiziert: Emily Köpcke, Freyja Kurzweg (Violoncello) sowie Tabea Papritz, Janina Wesenberg, Annika Schröter, Hanna-Lena Freye, Friedrich Conrad (Violine). Bei den Zupf-Ensembles (Gitarre) nehmen am Landeswettwettbewerb teil: Benedict Scheel und Eric Neumann. In der Kategorie Pop-Gesang können nach Potsdam fahren: Anna-Sophie Aßmann und Fabian Lenzen (Bariton) mit Anna-Lisa Jeschke (Begleitung Klavier). Richard Schmidt qualifiziert sich im Bereich Percussion.