Tim Krüger begrüßte am Samstag die Besucher am Neuhauseingang und verteilte Programmhefte am Eingang. "Mein Papa ist hier Lehrer, Andy Krüger heißt der", erzählte der sechsjährige Knirps stolz von dessen Percussiongruppe, "wo ich auch schon mitmache". Rainer Lillinger musizierte im Roten Saal mit den "Saitenspringern", eine "Begegnung" hatte Klavierlehrer Rolf-Udo Paul arrangiert. Andere Kreismusikschüler zeigten Ausschnitte des Jugend musiziert-"Musical" und das Musikschulensemble hatte seine Probe vor Publikum.

Den ersten Schritt des weiten Weges zum öffentlichen Vorspiel wagten zukünftige Musikschüler bei Probeunterrichten an Saxofon, Trompete oder Blockflöte. Die jeweiligen Lehrer lockten mit vollendeten Klängen und ließen Interessenten sich selbst versuchen. Schwierige Bedingungen auch für Rodica Groppa, die zwischen all den offenen Türen die von ihr gelehrten Geige und Bratsche präsentierte. Luca Pfeiffer (12) lernt zwar schon Akkordeon an der Musikschule, "aber ich möchte gerne viele Instrumente spielen, weil sie alle toll sind".

Die Geige ausprobiert

Schon nach wenigen Minuten erklangen auf der Schulter der Lübbenauerin durch Zupfen und Streichen erste einfache Melodien. "Heute kann man ja alles schön durchprobieren, aber die Chancen der Geige stehen nicht schlecht." "Wenn man die Schnecke mit der Hand umfassen kann, dann kann man auch die Geige spielen." Violinen seien in jedem Fall für Kinder geeignet. "Es kommt darauf an, wie man es den Kindern beibringt", sagte Violinenlehrerin Rodica Groppa. "Denn jeder Anfang ist leicht, wenn man es nur versucht und ab der ersten Stunde Erfolgserlebnisse hat." Weniger filigran ging der zehnjährige Jakob Zielke ans Werk, der im Probenraum von Andreas Krüger Platz nahm. "Ich wollte mich einfach mal am Schlagzeug probieren", erzählte der Lübbener, während sein Vater die Sticks in die Hand nahm. "Hier wurden auch schon Gutscheine zum 50. Geburtstag eingelöst", erinnerte sich Andreas Krüger. "Mit dem späten Einstieg wird man sicher nicht mehr groß raus kommen, aber bestimmt aus Spaß an der Freude musizieren."

Im Kuppelsaal kam die Kinderkunstschule von Monika Schubert gänzlich ohne Notenblätter aus. Etwa 20 Kinder werden von der Pädagogin, die in diesem Jahr ihr Kunststudium abschließt, an den Zeichenblättern betreut.

"Oft heißen Einrichtungen wie unsere ja Musik- und Kunstschulen", erklärte Schulleiterin Jutta Rosenthal. "So weit liegen diese Bereiche gar nicht auseinander." 1700 Schülerinnen und Schüler, viele aus der elementaren Musikpädagogik, sind aktuell an den Standorten der Kreismusikschule eingeschrieben.

Viele Klavierschüler

350 Klavierschüler stellen die größte Gruppe, kommen seit 20 Jahren nur über die Anmeldeliste an die Klaviatur. "Ich habe den Eindruck, das scheint so ein Prestigeinstrument zu sein", wies Jutta Rosenthal auf die vielfältigen Alternativen hin. "Eigentlich kann sich kein Bereich über mangelndes Interesse beklagen." Im nächsten Jahr soll daher ein Musikschulfest den Präsentationstag ersetzten. "Denn unsere Kapazitäten sind trotz Gruppenangebote begrenzt", so Rosenthal.

Mit neuen Angeboten sei es momentan "es bisschen schwierig. Wir sind froh, dass der Landkreis den aktuellen Schulbetrieb ermöglicht."