Die junge Wölfin sei nicht sofort gestorben, heißt es weiter, sondern ein oder zwei Tage nachdem ihr die Schussverletzung zugefügt worden ist. Dies erschwere leider die Suche nach dem Täter, so Andreas Kunze, Sprecher des sächsischen Umweltministeriums. Verstöße gegen das Naturschutzgesetz würden mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren geahndet. Das zuständige Landratsamt habe bereits Anzeige erstattet.

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zeigte sich betroffen und verärgert, so Kunze. Die Bemühungen, in Person eines Wolfsmanagers zwischen Naturschützern und Wolfsgegnern zu vermitteln, seien torpediert worden. Im August 2008 war bereits in der Rochauer Heide (Dahme-Spreewald) eine Wölfin mit Schusswunde tot aufgefunden worden. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Unklar blieb auch, ob das Geschoss das Tier getötet hatte, da es noch andere Verletzungen aufwies.

Weiter wurden fünf Lausitzer Wölfe von Autos überfahren, einer offenbar von einem Wildschwein getötet, so Jana Schellenberg vom Wolfskontaktbüro Lausitz in Rietschen.

Zweifelsfrei erschossen wurde bisher bundesweit nur ein Wolf in Niedersachsen. Bei einer Treibjagd 2007 feuerten gleich drei Jäger auf das Tier. Zwei Täter, so Jana Schellenberg, wurden ermittelt.

„Es war zu befürchten, dass so etwas geschehen könnte“, sagt Andre Klingenberger, Wolfsmanager im Auftrag des sächsischen Umweltministeriums. Immer wieder seien Jungtiere verschwunden, von denen nicht bekannt ist, was aus ihnen geworden ist.