Bei 894 von 7576 Bedarfsgemeinschaften gab es im Januar eine Kürzung der Kosten der Unterkunft (KdU). Das geht aus einer Erhebung des Jobcenters hervor. In Spremberg lag der Anteil der Gemeinschaften mit Kürzungen bei 16 Prozent, in Guben und Forst bei zehn Prozent. Deshalb sollen die Grenzwerte nun neu berechnet werden, wie im Werksausschuss am Dienstag informiert wurde. Die Mietobergrenzen pro Quadratmeter liegen derzeit zwischen 4,22 Euro in Kolkwitz und 4,85 Euro in Guben und dem Amt Burg. Betriebskosten werden bis 1,30 Euro je Quadratmeter erstattet, Heizkosten bis 1,10 Euro je Quadratmeter.

Um neue Werte festzulegen, muss in "einem sachgerechten und überprüfbaren Verfahren eine Angemessenheitsgrenze ermittelt" werden, wie der Gesetzgeber vorgibt. In einem ersten Schritt hat das Jobcenter bei verschiedenen Anbietern Wohnungsangebote abgefragt. "Die Auswertung der Recherche ergab unter anderem, dass innerhalb des Stadtgebietes Forst Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis zwischen 3,24 und 6,18 Euro angeboten wurden. Der Mittelwert des angebotenen Wohnraums liegt bei 4,55 Euro pro Quadratmeter", so das Jobcenter. Das liegt über der bisher zugebilligten Grenze für Forst.

Um den vom Bundessozialgericht aufgestellten Ansprüchen an ein schlüssiges Konzept zu genügen, reichen die Recherchen des Jobcenters aber nicht aus. Deshalb soll nun externe Unterstützung eingekauft werden. Vier Anbieter wurden dazu am gestrigen Freitag angeschrieben. Bis Ende des Monats soll der Zuschlag an einen Anbieter erfolgen. Dieser hat dann bis Ende Juli Zeit, die Daten vorzulegen. Zielsetzung ist, am 1. Oktober eine neue Verwaltungsvorschrift zu haben, die dann dem Werksausschuss präsentiert werden kann.

Schneller geht es bei Eigentumswohnungen und Eigenheimen. Hier wurde nach einer Kritik im vergangenen Jahr rasch reagiert und die Abrechnung umgestellt. Die Bürger bekommen das Geld nun unmittelbar dann, wenn die Kosten anfallen. Bisher wurde in pauschalisierten Raten über das Jahr verteilt ausgezahlt. "Die Umstellung ist für uns ein höherer Aufwand, aber im Sinne der Bürger", so Eva Szramek, Leiterin Rechtsangelegenheiten.