"Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass man die Menschen ehrt und achtet", sagt Sägebrecht. Und: "Das Wichtigste ist die Versöhnung."

Morgen wird die Schauspielerin, die es Ende der 1980er-Jahre mit den Kultfilmen "Zuckerbaby" und "Out of Rosenheim" zu internationaler Bekanntheit brachte und von ihrem Regisseur Percy Adlon als "alpenländische Version von Marlene Dietrich" bezeichnet wurde, 70 Jahre alt. Sägebrecht strotzt vor Energie. Sie steht vor der Kamera ("Pettersson und Findus"), auf der Bühne ("Bussi"), hält Lesungen - zum Beispiel mit Gedichten von Hilde Domin, macht sich für die Hospizbewegung stark. Sie kennt sich aus mit Heilkräutern und schreibt gerade an einem Rückblick auf ihr Leben, der im Herbst auf den Markt kommen soll. "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden."

Im kommenden Jahr will sie für eine Dokumentation ins südamerikanische Surinam reisen, "ein Seelenland meiner Kindheit", wie sie sagt. "Meine Tochter ist schon ganz nervös. 15 Jahre habe ich schön gearbeitet, gelesen und mich zurückgenommen. Jetzt geht's wieder hinaus in die Welt." Marianne Sägebrecht lebt seit Jahren allein in der Nähe des Starnberger Sees und damit sei sie so zufrieden wie Beda Andersson, die sie in "Pettersson und Findus" spielt. Wenn Kinder am Starnberger Bahnhof ganz aus dem Häuschen sind, weil sie "Beda" begegnen, dann freut Sägebrecht sich sehr.

Als Hollywood-Superstar Michael Douglas, mit dem sie Ende der 80er-Jahre im "Rosenkrieg" vor der Kamera stand, kürzlich für eine Filmpremiere in Berlin war, habe er sie eingeladen, erzählt Sägebrecht. "Während der Dreharbeiten sind wir wie Geschwister geworden", sagt sie. "Das ist immer noch spürbar."

Doch die Einladung sah sie erst am Tag der Premiere - und stressen wollte sie sich nicht. "Andere wären vielleicht halbnackt ins Auto gesprungen und hätten sich in Berlin umgezogen - aber ich nicht." Es habe an dem Tag einfach nicht sollen sein.