Danach haben 6,9 Prozent überhaupt keinen Ansprechpartner in ihrem Betrieb. Die restlichen Befragten haben zwar einen Ausbilder. Von ihnen gab aber wiederum jeder Zehnte an, dass der Ausbilder selten oder nie für sie ansprechbar ist.

Für den aktuellen Ausbildungsreport wurden zwischen September 2012 und April 2013 rund 18 650 Auszubildende befragt. "Das Problem, dass es gar keinen Ausbilder gibt, besteht vor allem in kleineren Betrieben", erklärt Florian Haggenmiller, Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sie hätten, im Gegensatz zu vielen Großbetrieben, nicht selten weniger stark strukturierte Ausbildungsprogramme. In der Folge geschehe die Lehrlingsausbildung bei manchen nur nebenbei.

Wer den Eindruck hat, nicht gut ausgebildet zu werden, sollte zunächst einen Blick in den Ausbildungsrahmenplan werfen. Darin ist klar und rechtsverbindlich geregelt, was Auszubildende in ihrer Lehrzeit lernen müssen. Bestätigt sich der Eindruck, dass die Jugendlichen wichtige Inhalte nicht vermittelt bekommen, gehen sie am besten als Erstes zu ihrem Vorgesetzten.

"Dem sollte man konkret aufzählen, was man gerne lernen möchte und wo man noch Defizite sieht", sagt Florian Haggenmiller vom DGB. Bringt das keine Verbesserung, sollten Azubis externe Ausbildungsberater zum Beispiel von der Gewerkschaft oder den Industrie- und Handelskammern einschalten. Sie können vermitteln und den Arbeitgeber auch noch einmal mit Nachdruck auf seine Pflichten gegenüber dem Auszubildenden hinweisen.