Das gilt noch weniger, wenn es sich um eine außereuropäische Fluglinie handelt und nicht sicher ist, ob von dem anderen Flughafen Starts möglich wären, entschied das Amtsgericht Erding (Az.: 5 C 941/11). Eine Ausgleichszahlung muss die Fluggesellschaft nicht leisten, wenn die Maschine keine Startfreigabe bekommen hat, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "Reise-Recht aktuell".

In dem Fall wollte der Kläger mit seiner Frau von München nach Kairo fliegen. Nachdem die Maschine schon fünfeinhalb Stunden auf dem Rollfeld gestanden hatte, wurde der Flug annulliert. Der Flughafen hatte keine Startfreigabe erteilt, weil nach heftigem Schneefall nur eine Startbahn zur Verfügung stand. Die Annullierung sei auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn die Fluggesellschaft alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hätte, argumentierte das Gericht.

Zum Zeitpunkt der Annullierung gegen 20.30 Uhr sei nicht absehbar gewesen, dass der Flug noch hätte stattfinden können. Der Kläger hatte behauptet, die Fluggesellschaft hätte an einem benachbarten Flughafen Maschinen für solche Fälle vorhalten müssen. Das wies das Gericht als unrealistisch zurück.