"Noch nie haben sich Fotografen dem Thema Sagen des Spreewalds gewidmet. Deshalb ist das eine Premiere", freute sich Museumschefin Babette Zenker über die 43 Werke, die jetzt in Dissen ausgestellt sind.

Gudrun Rattei hat in ihr Fließ-Ufer-Porträt rote Lichtpunkte gesetzt, die Irrlichter. Ute Mitschke lässt Feen auf ihrem Birkenwaldfoto tanzen. Rolf Radochla hat die Sagenfiguren der Dresdner Puppenkünstlerin Regina Herrmann in die Landschaft gebracht. Mit Bauern hinter einem Ochsengespann in einem Landschaftsfoto hat er eine Fortsetzung der Teufelssage über die Erschaffung des Spreewalds kreiert. Marianne Wendland hat ihren sechsjährigen Sohn Daniel als Lutki an die Wurzel eines riesigen Baumes gesetzt und fotografiert. Andreas Jäckel hat die Straupitzer Florentinereiche in seiner Schwarz-Weiß-Fotografie ein übermächtiges Aussehen gegeben. Der Betrachter versteht: Dieser Baum kann was erzählen. Karl-Heinz Wendland zeigt das Farbenspiel des Spreewalds hinter Nebelschwaden.

Der bekannte Cottbuser Fotograf Gerd Rattei hat das "Sagenprojekt" geleitet. Er selbst hat unter anderem ein Porträtfoto des Striesower Seniors Fritz Krüger in einer Fotocollage verarbeitet. Jener Fritz Krüger weiß lebendig von einem Striesower Sonderling, von "Jurko", zu berichten, der wegen seiner Eigenarten selbst zur Sagengestalt für die Einwohner wurde.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung zeigten sich begeistert von der Schau. "Man sieht den Bildern an, dass sich die Fotografen intensiv mit dem Thema Sagen beschäftigt haben. Die Bildidee wurde nicht nur dem Computer überlassen. Die Technik ist gekonnt und dosiert eingesetzt", lobte der Burger Fotograf Ingmar Steffen.