In Nürnberg muss sich seit Ende November der 69-jährige Adolf B. wegen jahrzehntelanger Vergewaltigung seiner Tochter Renate verantworten. Er soll die heute 46-Jährige mehr als 34 Jahre lang mit Gewalt zum Sex gezwungen haben. Zum Prozessauftakt hatte Adolf B. von stets einvernehmlichen Kontakten gesprochen. Aus der Beziehung gingen drei behinderte Söhne hervor, von denen zwei starben.

Ein 44-Jähriger aus einem Nachbarort sagte am Dienstag, die Gerüchte über ein sexuelles Verhältnis des Angeklagten mit dessen Tochter seien ihm seit 1982 bekannt. Er habe keinen näheren Kontakt zur Familie gehabt und sich selbst auch nie in Willmersbach aufgehalten, aber er kenne das Gerede dort. "Die Gerüchteküche brodelt", schilderte er.

Wirte verschiedener Gaststätten, in denen Adolf B. verkehrte, schilderten ihn als friedlich, solange er nichts getrunken hatte. Dann sei er aggressiv geworden. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Tochter beschrieben die meisten als "harmonisch". Es habe auf sie nicht den Eindruck gemacht, als hätte der Vater seine Tochter misshandelt.