Pölten unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, aber geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden. Dort wird er wegen seines Drangs zur Gewalttätigkeit und seines Machthungers vermutlich jahrelang behandelt werden, und dabei - so sagen die Experten - auch spürbar altern. "Josef F. wird früher oder später ein geriatrischer Fall", sagte Peter Prechtl, stellvertretender Leiter der österreichischen Justizvollzugsdirektion, am Freitag. Bei einer lebenslangen Haft werde es schwierig, einen solchen Mann "in den Vollzug einzuordnen". Derzeit steht Fritzl wegen Selbstmordgefahr unter verschärfter Beobachtung. "Lebenslang" heißt in Österreich ein Minimum von 15 Jahren. Abzüglich seiner einjährigen Untersuchungshaft hieße dies, dass Fritzl mit 88 Jahren erstmals den Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen dürfte. Justizexperten halten die Möglichkeit, dass Fritzl je wieder freigelassen wird, für sehr gering.Ob Fritzl diese 15 Gefängnisjahre überhaupt überlebt, sei fraglich. "Man muss damit rechnen, dass sich im Haftalltag seine Agilität herabsetzen wird", heißt es aus dem Strafvollzug. Doch auch die Anordnung des Gerichts, Josef Fritzl in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher einzuweisen, ist für die Behörden nur schwer umzusetzen, denn in den fünf infrage kommenden österreichischen Gefängnissen, die entsprechende Abteilungen haben, gibt es zurzeit keinen Platz für ihn. AFP/dpa/han