Der potenzielle Investor für den Flugplatz in Drewitz ist verärgert, über die aus seiner Sicht zögerliche Haltung des Landkreises Spree-Neiße. "Die Reaktion lässt auf sich warten", sagte Christian Sturm. Der Flugzeugbauingenieur will das Areal erwerben, um dort den Entwicklungsstandort für ein zweimotoriges Transportflugzeug anzusiedeln. Er und ein weiterer Investor bieten zusammen für den Flugplatz knapp über eine Million Euro.

Der Landkreis bestätigte zunächst lediglich, dass ein Angebot vorliegt. "Der zuständige Dezernent ist diese Woche noch im Urlaub", sagte Pressesprecherin Silvia Friese. Finanzdezernent Carsten Billing (parteilos) ist zugleich Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Flughafen-Süd-Brandenburg-Cottbus GmbH. Auch Landrat Harald Altekrüger (CDU) ist derzeit wegen seines Jahresurlaubs nicht im Haus. Erst am Montag will die Verwaltung über das Angebot beraten.

Der Landkreis könne froh sein, einen Investor gefunden zu haben, sagte Sturm, stattdessen werfe man ihm indirekt Spekulation vor. Denn auf dem Gelände steht eine großflächige Solaranlage, mit der der Landkreis die Betriebskosten des Mini-Airports finanziert. "Wir sind nicht an den Solaranlagen interessiert, sondern am Flugplatz mit der Erlaubnis für den Flugbetrieb", so Sturm. "Wir wollen keinen Cargolifter bauen, sondern ein sicheres Transportflugzeug." Das sei leider "weder smart noch besonders sexy. Es ist wie ein Traktor."

Sturm plant die Errichtung einer Montagehalle für Entwicklung und Bau des 5,5 Tonnen schweren Flugzeugs. "Ich rechne mit 100 bis 200 neuen Arbeitsplätzen durch die Ansiedlung", sagte er. Langfristig könnten es durchaus noch mehr werden. "Wenn das Geschäft erstmal läuft."

Ursprünglich wollte Sturm nur einen Teil des Areals kaufen. "Aber der Landkreis kann nicht garantieren, dass der Flugbetrieb noch lange genug aufrecht erhalten wird", so der Interessent. Die Flugbetriebserlaubnis benötigt er, um dort später Erprobungsflüge durchführen zu können. "Das Gelände ist im Prinzip nichts wert", meint Sturm. "Der Betrieb kostet stattdessen pro Jahr eine viertel Million."

Deshalb habe er sich mit einer Investorengruppe, der Flacks Group, zusammengetan, um das gesamte Gelände zu kaufen. Die Flacks-Gruppe hat ihren Hauptsitz laut Angaben der Webseite in Luxemburg. Das Angebot, das Sturm zusammen mit der Investment-Firma abgegeben hat, umfasse lediglich eine Million Euro, da er noch mit Folgekosten rechnet. "Es gab mal eine Einmalzahlung für die Solaranlage. Die wurde nie versteuert." Er gehe deshalb davon aus, dass das Finanzamt Nachforderungen stellen werde, da er und die anderen Investoren die Anlage privat übernehmen würden. Auch könne jeder auf dem Geo-Informationsportal des Landkreises sehen, dass der Boden kontaminiert ist.

Sturm hatte bereits im Januar ein Angebot für das Areal vorgelegt. Sein Co-Investor damals habe jedoch nicht das nötige Investitionskapital vorlegen können. Deshalb habe man im April das vorherige Angebot ersetzt und warte nun auf Rückmeldung.

Zum Thema:
Dies ist die vierte Möglichkeit den Flughafen an Investoren zu verkaufen. 2006 wollte die Erie-Drewitz International das Areal zu einem Frachtflughafen ausbauen. Der Verkauf platzte. Im Oktober 2008 folgte die Detmolder Stührenberg Holding. Diese konnte das geforderte Kapital nicht fristgerecht aufbringen und arbeitete mit einem vorbestraften Projektentwickler zusammen. Im April 2010 zog der Landkreis eine Ausschreibung zurück, da die Angebote nicht den Erwartungen der Gesellschafter entsprachen.