(AFP/fh) Das Darknet, in dem die nun abgeschaltete illegale Handelsplattform „Wall Street Market“ online war, ist der dunkle Bereich des Internets. Ihn nutzen Menschen, die verborgen im Internet unterwegs sein wollen.

Dazu gehören Whistleblower und Regimekritiker, die Zensur umgehen wollen, aber auch Schwerkriminelle wie Drogendealer oder Waffenhändler.

Wie gelagnt man ins Darknet?

Nicht mit der Google-Suche. Vielmehr müssen User einen speziellen Browser wie Tor installieren. Tor ist die Abkürzung für „The Onion Routing“ – auf Deutsch heißt das ungefähr „Internetstreckenführung nach dem Zwiebelprinzip“.

Es handelt sich um ein ursprünglich für eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der US-Marine entwickeltes Programm zur Anonymisierung von Internetverkehr. Es verschleiert Herkunft und Ziel von Datenpaketen, die Nutzer verschicken, wenn sie im Netz surfen. Zugleich schützt es sie vor Ausspähung.

Was ist im Darknet zu finden?

Im Darknet gibt es laut Vergleichsportal Verivox Blogs, Foren, Nachrichtenseiten, anonyme E-Mailprogramme und vieles mehr, das nicht unbedingt illegal ist. Aber das Darknet ist demnach auch der ideale Ort für den Schwarzmarkt, Drogen- und Waffenhandel, Kinderpornografie, Geldwäsche, Kreditkartenbetrug und illegales Filesharing.

Denn Straftäter sind im Darknet nur schwer zu identifizieren und nutzen dies für ihre kriminellen Machenschaften.

Wie viele Seiten sind illegal?

Laut einer Studie der britischen Sicherheitsfirma Intelliagg sind 48 Prozent der Seiten im Dark Web - also dem Teil des Internets, der nur mit einer speziellen Verschlüsselungssoftware zugänglich ist – nach britischem und US-Recht illegal. 52 Prozent sind also legal. Allerdings stammt die Intelliagg-Untersuchung bereits aus dem Jahr 2016.

Welche Gefahr birgt das Darknet?

Angesichts von 48 Prozent illegaler Seiten verweist Verivox auf die recht hohe Wahrscheinlichkeit, auf einer solchen Seite zu landen.

Unerfahrene Nutzer könnten schnell unabsichtlich in Schwierigkeiten geraten. Klicke ein Nutzer beispielsweise versehentlich und ohne es vorher abschätzen zu können auf einen Link, der Kinderpornografie enthält, riskiere er, Post von der Staatsanwaltschaft zu bekommen - sobald der Anbieter auffliegt.

Unbedarfte Besucher können demnach im Darknet aber nicht nur schnell zu Tatverdächtigen, sondern auch zu Opfern werden: Auf den Märkten findet laut Verivox beispielsweise häufig Betrug statt.

Zudem tummeln sich im Darknet unzählige Viren und Trojaner, die nicht nur den PC infizieren, sondern oft auch persönliche Daten des Nutzers weiterleiten.

Wer sich nicht in Schwierigkeiten bringen möchte, sollte vom Darknet lieber die Finger lassen, rät das Vergleichsportal.