Das stärkste Erdbeben seit Jahrzehnten hat Ecuador erschüttert. Mindestens 233 Menschen starben, mit weiteren Opfern wird gerechnet. Hunderte wurden verletzt, wie Vizepräsident Jorge Glas am Sonntag mitteilte. Die Erdstöße der Stärke 7,8 hatten am Samstagabend (Ortszeit) die westliche Provinz Esmeraldas getroffen. Die Regierung des südamerikanischen Landes rief danach für mehrere Regionen den Ausnahmezustand aus. Eine durch das Pazifik-Zentrum herausgegebene Tsunamiwarnung wurde inzwischen wieder aufgehoben, wie Glas bei Twitter schrieb.

Der Vizepräsident rechnete damit, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. Demnach waren zahlreiche Menschen in den Trümmern eingestürzter Häuser gefangen. Betroffen war unter anderem die Provinz Manabí. Auch aus Guayaquil, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, wurden Tote gemeldet. Intensive Rettungsarbeiten dauerten an, sagte Glas. Oberstes Ziel sei, möglichst viele Menschenleben zu retten.

Rund 10 000 Soldaten und 3500 Polizisten wurden zum Einsatz in die Erdbebengebiete gesandt, wie Glas bei Twitter weiter schrieb. Zudem waren Helfer aus dem Ausland, vor allem aus Mexiko und Kolumbien, zur Unterstützung der Rettungsarbeiten nach Ecuador unterwegs. Glas zufolge war es das stärkste Beben in dem Land seit 1979. Staatschef Rafael Correa sprach Opfern und Angehörigen des Unglücks über Twitter sein Mitgefühl aus. Der Präsident befand sich zum Zeitpunkt des Bebens in Europa und trat auf schnellstem Wege die Rückreise an, um vor Ort die Rettungsarbeiten zu koordinieren.

Auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu wurde die Nacht zum Samstag zum Albtraum. Die meisten Menschen auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu schliefen, als sich unter der Provinz Kumamoto am Samstag gegen 1.25 Uhr Ortszeit die Erde plötzlich mit enormer Wucht aufbäumte. Das hatte sie knapp zwei Tage zuvor schon mit weniger Wucht getan und neun Menschen in den Tod gerissen. Dies war nur der Vorbote noch größeren Unheils.

Mit 7,3 wird die Stärke des Bebens in nur zehn Kilometern Tiefe später angegeben. Hunderte Häuser stürzten ein, Berghänge rutschten ab, Dutzende meist alte Menschen wurden in ihren Häusern von Trümmern oder umstürzenden Möbeln erschlagen. Die dramatischen Bilder der Zerstörung auf Kyushu wecken weltweit die Erinnerung an die Katastrophe vor fünf Jahren. Kommt es zu einem zweiten Fukushima?, fragte sich so mancher.

Ein solcher Schlag bleibt Japan und der Welt erspart. Zwar stehen auch auf Kyushu Atomkraftwerke, sie blieben nach Betreiberangaben aber unbeschädigt. Anders als 2011 im Nordosten des Landes lösten die von Hunderten Nachbeben gefolgten Erdstöße dieses Mal auch keinen Tsunami aus. Für die Menschen auf Kyushu allerdings ist das kaum ein Trost. Vor einem eingestürzten Studentenwohnheim im Dorf Minamiaso stehen junge Japaner und weinen. Drei ihrer Kommilitonen sind tot. Heftige Regenfälle in der Nacht erschweren die Bergungsarbeiten und die Suche nach Überlebenden.