Jahrzehntelang prägten die monströsen Industrieanlagen der alten Zuckerfabrik das Bild auf dem etwa 20 Hektar großen Gelände oberhalb des Löbauer Wassers. "Davon ist nicht viel übrig geblieben", freut sich Dietmar Buchholz (CDU). Dabei weiß der Oberbürgermeister der Stadt Löbau selbst noch genau, was für einen Schock die Nachricht von der Schließung des Betriebes durch die Südzucker AG im Jahre 2000 bedeutete.

Mehr als zehn Jahre später eröffnete sich die Chance, aus der Not eine Tugend zu machen und das Areal so umzugestalten, dass es eine Bereicherung und keine Altlast darstellt. "Die Landesgartenschau bedeutet daher mehrere Schritte nach vorn für die Entwicklung unserer Stadt", betont der OB.

Dabei ist es keineswegs so, dass die "Macher" der Landesgartenschau die Ursprünge verleugnen. "Der Zucker ist in unserem Konzept auf Schritt und Tritt allgegenwärtig", so der Geschäftsführer der Landesgartenschau Löbau gGmbH, Jochen Heinz. Dies beginnt bereits bei der Namensgebung des Eingangs- und Festbereiches als "Zuckerplateau".

Zuckerlager wird Blumenhalle

Hier befindet sich - als einziges bauliches Überbleibsel der früheren Fabrik - das zur Blumenhalle umgebaute frühere Zuckerlager. "In der oberen Etage finden im Rhythmus von zwei Wochen wechselnde Blumenschauen statt, das Erdgeschoss dient als Ausstellungs- und Gastronomiebereich", so Jochen Heinz. Gleich daneben erhebt sich die neu errichtete Messe- und Veranstaltungshalle.

Auf dem Zuckerplateau beginnt auch die "Berg- und Talpromenade", das knapp einen Kilometer lange "Rückgrat" der Löbauer Landesgartenschau, welches einen Höhenunterschied von 20 Metern zwischen Plateau und Löbauer Wasser überwindet.

Vorbei am von Dinosauriern aus der berühmten Kleinwelkaer Werkstatt bewachten Heidegarten und am Kalkwäldchen - "sein Name erinnert daran, dass früher für die Reinigung des Zuckers Kalk verwendet wurde" - erreicht die Promenade die Setzgärten. "Die insgesamt fünf Becken waren Bestandteile der Zuckerfabrik, in ihnen wurde das Rübenwaschwasser gesammelt", erklärt Lutz Gollmer, der für das Marketing verantwortliche Mitarbeiter der Gartenschaugesellschaft.

Teils trockengelegt als Spiellandschaft, teils aber auch mit Wasser gefüllt, lassen sie vielfältige Anklänge an den Zucker erkennen: Beispielsweise mit Spielgeräten in Form von Würfelzucker oder aufgeschütteten "Zuckerhüten". Und am Ende der Setzgärten bieten mächtige Bäume Schatten an heißen Tagen - natürlich Zuckerahorn. Weiter geht es entlang des Löbauer Wassers zum Weidendom, in dem kirchliche Veranstaltungen geplant sind, bis hin zur "Löbauer Wiese."

Derzeit 105 000 Frühblüher

Dies alles bildet nur die halbe Miete für eine erfolgreiche Schau - die andere Hälfte macht das aus, was man sich gemeinhin unter dem Begriff "Garten" vorstellt: "Die jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung entlang der Berg- und Talpromenade umfasst derzeit etwa 105 000 Frühblüher in 50 unterschiedlichen Sorten", so Winfried Kaiser, Präsident des Landesverbandes für Gartenbau.

Hinzu kommen 235 neu gepflanzte Bäume sowie Blumenwiesen mit einer Gesamtfläche von 2,5 Hektar. Dies macht erst den eigentlichen vielfarbigen Reiz aus, den die topografischen Besonderheiten des Geländes mit seinen markanten Höhenunterschieden natürlich besonders zur Geltung bringen und der dem Spruch seine Berechtigung verleiht: "Löbau blüht auf!" Die Landesgartenschau in Löbau ist vom 28. April bis 14. Oktober geöffnet.