Ihr Name geht auf die alte Region Krain zurück - und die liegt aus Sicht der Österreicher leider inzwischen jenseits der Grenze in Slowenien. Das Nachbarland beantragte nun kürzlich bei der EU-Kommission, die "Krainer Wurst" als Herkunftsbezeichnung zu schützen. Österreich ist entsetzt und will um seine Wurst kämpfen. "Wir lassen uns die Krainer nicht verbieten", zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich.

Sollte die Bezeichnung "Krainer" und die in Wien beliebte Variante "Käsekrainer" (enthält bis zu 20 Prozent Emmentaler Käse) geschützt werden, hätten die einheimischen Produzenten ernsthafte Probleme, schreibt das Patentamt.

Sechs Monate haben die EU-Staaten Zeit, Einspruch einzulegen. Dann entscheidet die EU, ob die Krainer Wurst einen geschützten Status genießt wie Schwarzwälder Schinken, Nürnberger Rostbratwürste oder Tiroler Speck.

Die Argumente Sloweniens wiegen schwer. Bei der EU lieferte man eine detaillierte Beschreibung der "Kranjska klobasa" als "pasteurisierte Halbdauerwurst aus grob gehacktem Schweinefleisch" ab. Ernst verweist man auf eine uralte Vergangenheit: Die Region Kranjska (deutsch: Krain) sei vom Jahr 1002 an eine selbstständige Markgrafschaft mit eigenen Markgrafen gewesen. Zwischenzeitlich gehörte das Gebiet im 19. und 20. Jahrhundert zwar auch zu Österreich, aber das ist vorbei.

Raffiniert argumentieren die Slowenen in ihrem Antrag mit dem legendären Habsburger Kaiser Franz Joseph I. (1830 - 1916), der knapp 68 Jahre regierte. Der soll mit seiner Kutsche durch die Krain gefahren sein und in einem Gasthof nach Essen verlangt haben. Die Wirtin antwortete angeblich: "Wir haben nur unsere gewöhnliche Hauswurst und sonst nichts." Der Kaiser probierte und rief begeistert: "Das ist keine gewöhnliche Wurst, das ist eine Krainer Wurst."

Am wenigsten Probleme hätten wohl die Wiener. Ihre Käsekrainer nennen sie wegen des herauslaufenden Käses gern "Eitrige". Diesen Namen jedoch will sich derzeit niemand schützen lassen.