Feuerwehr und Gemeinde sitzen in Lugau unter einem Dach. Ortsvorsteher Klaus Rippe und Ortswehrführer Gerd Pfeiffer haben in der Lugauer Hauptstraße 10 ihre Büros. Der Versammlungsraum wird sowohl von Feuerwehr und als auch vom Ortsbeirat genutzt. Für die gesellschaftliche Arbeit – das Organisieren eigenständiger Feste oder Arbeitseinsätze – haben die Lugauer einen Verein Freiwillige Feuerwehr Lugau gegründet. Dessen Vorsitzender ist gleichfalls Gerd Pfeiffer. Dass sich das beides im Gerätehaus miteinander vermengt, ist Rippe jetzt ein Dorn im Auge. „Das hat mit meiner Verantwortung als Stadtverordneter und Ortsvorsteher zu tun“, sagt er. Das Gerätehaus wurde jetzt um einen Schuppen erweitert – „mit Haushaltsmitteln aus dem Brandschutz“, so Rippe. „Dann kann er nicht vom Feuerwehrverein genutzt werden. Hier will ich klare Verhältnisse, denn es gibt auch Befindlichkeiten anderer Vereine im Dorf“, so der Ortsvorsteher, der für seine zuweilen lautstarken Argumentationen bekannt ist. Auch für eine neue Hausordnung sollen beide Seiten bisher nicht auf einen Nenner gekommen sein.

Gerd Pfeiffer ist seit 31 Jahren und acht Monaten Feuerwehrchef in Lugau. Der persönliche Streit mit Rippe geht ihm jetzt zu weit. Der Ortsvorsteher könne die kommunale Tätigkeit und die Vereinsarbeit der Feuerwehr nicht ausein anderhalten, sagt Pfeiffer und führt das so auch als Grund in seinem Rücktrittsschreiben an die Doberlug-Kirchhainer Stadtspitze und den Stadtbrandmeister an. Auch Pfeiffers Stellvertreter Jörg Sauer und der Gerätewart Frank Kaiser haben hingeschmissen. Eine Aussprache mit den Streithähnen blieb erfolglos. Pfeiffer sagt, seine Entscheidung sei unumstößlich. Noch im November soll eine neue Wehrleitung gewählt werden. Bis dahin liegt die Verantwortung beim Stadtbrandmeister. Die Wehr bleibt einsatzbereit.