Höfliches Nicken von zur Wahl eilenden Abgeordneten, ein respektvolles In-Augenschein-Nehmen des Geschehens durch den Vorsitzenden des Kreistages, Michael Haidan (CDU), und das Interesse lokaler wie überregionaler Medien sind die Ausbeute. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Ulrich Freese indes lässt sich gewohnt routiniert auf eine Diskussion mit Monika Blietschau ein, die die zweite Demo der Weskower Bürgerinitiative angemeldet hatte. Er stimmt ihr zu, dass es ärgerlich sei, dass die Familie Manteufel nach fast 17 Jahren Rechtsstreit nun doch ihr Wohn- und Geschäftshaus mit dem Weskower Konsum abreißen lassen muss. Das soll noch in dieser Woche erfolgen (die RUNDSCHAU berichtete). Die Gerichte hätten anders entschieden, als es der Kreistag wollte. Er verstehe die Nöte und Sorgen der Familie und hoffe, dass der kommunale Schadenausgleich deren Interesse berücksichtigt, betont Freese. Monika Blietschau ist das nicht genug. Sie wirft dem Kreistag und dem Landrat schwere Fehler und Untätigkeit vor. Das will Freese so nicht hinnehmen: "Ich bitte darum, sich die gesamte Aktenlage seit 1993 zu vergegenwärtigen", mahnt er. Auf einen Nenner kommen Monika Blietschau und Ulrich Freese nicht. Die Weskower wollen den neuen Landrat auf eine wichtige erste Aufgabe einstimmen, erklärt Monika Blietschau: Der Neue müsse dafür sorgen, dass die Manteufels ordentlich entschädigt werden. Dass die Familie trotz Gerichtsurteils so schnell nicht das Feld räumen will und von der Bürgerinitiative weiter unterstützt wird, sei selbstverständlich, so Monika Blietschau. "Wenn die erst einmal in einer Mietwohnung sitzen, interessiert sich doch niemand mehr für sie und ihr Schicksal." MB