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Immer mit einem Lachen zur Arbeit

Mit dem MDE-Gerät überprüft Norman Kämpfer, ob und wie viel Gemüse nachbestellt werden muss.
Mit dem MDE-Gerät überprüft Norman Kämpfer, ob und wie viel Gemüse nachbestellt werden muss. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg/Lübbenau. Später vielleicht selbst mal einen Markt führen oder als Regionalmanager arbeiten – für Norman Kämpfer ist das nicht ausgeschlossen. Jetzt will sich der 20-Jährige aber erst einmal auf seine Ausbildung in den Rewe-Märkten in Lübbenau und Senftenberg konzentrieren. Die macht ihm Spaß. Jan Augustin

Seine gerade begonnene Ausbildung vergleicht Norman Kämpfer gern mit dem Fußball. Als Verteidiger und Mittelfeldmann kickt der 20-jährige Lübbenauer bei der SG Grün-Weiß Groß Beuchow in der Kreisliga. Hier muss er, wie der Azubi im Pausenraum des Rewe-Marktes in Lübbenau erklärt, in kurzer Zeit die richtige Entscheidung treffen. Und hier trifft er jede Woche auf neue Menschen.

So ähnlich sei das auch auf Arbeit. "Man muss sich ständig auf neue Situationen einstellen. Es ist kein Tag wie der andere." Genau das mache ihm Spaß: "Ich komme jeden Tag mit einem Lachen zur Arbeit und gehe wieder mit einem Lachen nach Hause", sagt er. Seit August lässt sich Norman Kämpfer zum Einzelhandelskaufmann ausbilden. Den praktischen Teil absolviert er in den Rewe-Märkten in Lübbenau und Senftenberg. Die Schulbank drückt er am Oberstufenzentrum Lausitz in Sedlitz. Im ersten Lehrjahr ist der theoretische Anteil relativ gering. Der Auszubildende soll erst einmal den Betrieb kennenlernen. Dann, im dritten und letzten Jahr, wechseln sich Schule und Job wöchentlich ab. Die Ausbildungsvergütung steigt von 625 Euro im ersten Jahr auf rund 800 Euro im dritten. "Das reicht vollkommen aus. Ich lebe ja nicht wie ein Scheich", sagt Norman Kämpfer.

Zurzeit ist er in der Obst- und Gemüseabteilung eingesetzt, spielt dort schon eine "recht große Rolle" und hat die Aufsicht. Er bestellt Ware, überprüft die Frische, legt nach oder sortiert. Immer mit dabei ist das sogenannte MDE-Gerät. Der Scanner für die Mobile-Daten-Erfassung erkennt nicht nur, wie viele Gurken noch ausliegen, er weiß auch, wann sie nicht mehr frisch sind und empfiehlt, wie viel nachbestellt werden müssen. "Man bestellt immer für den Folgetag", weiß der Lübbenauer. Norman Kämpfer packt aber auch in anderen Abteilungen mit an. Er legt Ware aus, sortiert sie neu, räumt Pappe weg und das Leergut auf. "Ich helfe da, wo ich kann", sagt er. Auch an der Kasse sitzt Norman Kämpfer schon. Hier sei er sicher. Und wenn er doch mal etwas nicht weiß, dann fragt er eben. Von seinen Kollegen habe er bisher ein positives Feedback bekommen.

Mit der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann verspricht sich der frischgebackene Abi-Absolvent gute Zukunftschancen. "Später würde ich schon gern selbst einen Markt führen", sagt der Azubi. Möglichkeiten gebe es viele. Vorstellen kann er sich auch, als Rewe-Regionalmanager für ein bestimmtes Gebiet zuständig zu sein. Egal, wo es Norman Kämpfer aber hin verschlägt, seinem Lebensmotto wird er treu bleiben können: "Ich arbeite gern mit Menschen."

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Zum Thema:
Die Rewe-Märkte in Senftenberg und Lübbenau werden von Kerstin (31) und Jan (33) Radke geführt. Beide sind selbstständige Kaufleute und durchliefen das Abiturientenprogramm in der Genossenschaft. Kerstin Radke war 2009 die jüngste Rewe-Kauffrau Deutschlands, als sie mit 24 Jahren den Markt in Senftenberg eröffnete. Ein Jahr später übernahm Jan Radke den Markt in Lübbenau, den es seit 1996 gibt. Damals waren hier zwölf Mitarbeiter angestellt. Heute sind es 36. In Senftenberg gibt es 45 Mitarbeiter. Das Ehepaar Radke teilt sich die Arbeitsaufgaben. Während er sich um das Tagesgeschäft kümmert, ist sie für das Kreative und die Außendarstellung zuständig, sagt Jan Radke.