Mit einem klassischen Rennrad hat die eigenwillige Konstruktion von Francesco Russos Sportgerät kaum etwas gemein. Die komplette Verkleidung und eine windschnittige Form sind normalerweise die entscheidenden Pluspunkte des mit blanker Muskelkraft betriebenen Liegerades. Am Samstag verkehrte sich dieser aerodynamische Vorteil jedoch fast ins Gegenteil. "Draußen auf der Strecke war es diesmal für einen Rekordversuch zu windig. Bei über 80 Stundenkilometern hatte ich sogar Angst, in der Betonmauer zu landen", schilderte Francesco Russo seine Eindrücke nach den Dreharbeiten.Willkommener HärtetestAuf den aktuellen Distanzweltrekord von 87,123 Kilometern, den der Slowene Damjan Zabovnik mit seinem Liegerad ebenfalls auf dem Lausitzring aufgestellt hat, hatte es der junge Eidgenosse aber ohnehin nicht ernsthaft abgesehen. "Nach einer Knieoperation am Jahresanfang fehlen mir etwa 10 000 Trainingskilometer auf dem Rad", sagte Russo, der sich über die Gelegenheit zum Härtetest freute. Denn spätestens im nächsten Jahr will der 31-Jährige tatsächlich den Stundenweltrekord in Angriff nehmen. Wegen der überhöhten Steilkurven wäre das Dekra-Test oval in Klettwitz als Austragungsort übrigens noch besser geeignet, so Russo.Zufrieden mit den Ergebnissen des dreistündigen Kameradrehs auf dem Lausitzring war auch das bayerische Filmteam. Immerhin 370 Kilogramm Ausrüstung hatten die süddeutschen Fernsehleute in die Lausitz mitgebracht. Die Fortbewegung auf einem sei quasi die "Formel 1 des Radfahrens", sagte Regisseur und Wissenschaftsautor Jan Kerckhoff. "Diese Dynamik auf zwei Rädern wollten wir vor dem Hintergrund einer rasanten Kulisse mit der Kamera dokumentieren. Das haben wir auch geschafft", fügte Jan Kerckhoff sichtlich zufrieden hinzu.