Das Thema ist nicht aus der Luft gegriffen. Geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze werden mehr und mehr zum seltenen Gut – gerade in den ländlichen Regionen. Diese Erfahrung machen bereits viele Betriebe im Elbe-Elster-Kreis. Gemeinsam mit Referentin Felicia Ullrich, Geschäftsführerin eines Verlags, diskutierten die Vertreter der regionalen Wirtschaft Mittel und Wege, um die Chancen gerade kleiner und mittelständischer Unternehmen im „Kampf um die Köpfe“ zu verbessern. Auch moderne Kommunikationswege wie das Internet wurden dabei nicht ausgespart.

„In der betrieblichen Ausbildung ist ein Umdenken notwendig“, stellt Felicia Ullrich fest. „Vor wenigen Jahren waren Ausbildungsplätze knapp – heute sind es die Bewerber. Damit rückt die Vermarktung der eigenen Ausbildung in den Fokus. Künftig werden nur noch jene Unternehmen Erfolg im Prozess der Azubigewinnung haben, die jungen Menschen etwas bieten – und das auch kommunizieren.“

IHK-Ausbildungsberaterin Janett Reichelt kennt die Probleme der Südbrandenburger Betriebe: „Der Wettbewerb um die Ausbildungsplatzbewerber hat rapide zugenommen. Immer mehr Lehrstellen können nicht besetzt werden. Selbst jetzt gibt es in der Ausbildungsplatzbörse der IHK Cottbus noch mehr als 300 unbesetzte Stellen für 2011. Gleichzeitig haben viele Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und werben bereits intensiver um den Fachkräftenachwuchs.“

Vor allem Unternehmenskultur und Betriebsklima seien zen trale Aspekte, aufgrund derer sich Jugendliche für oder eben gegen einen Ausbildungsplatz entscheiden, sagt Felicia Ullrich. „Auch kleine Firmen haben oft viel zu bieten – zum Beispiel hohe Übernahmequoten oder ein familiäres Klima. Häufig versäumen sie es aber, offensiv damit zu werben.“ „Eines ist mir klar geworden: Gerade im Bereich Internet und Web 2.0 gibt es viel Potenzial, das wir für unser Unternehmen noch nutzen können – vor allem, wenn wir unsere Auszubildenden einbeziehen“, schätzt Antje Kuna-Theile, die als Geschäftsführerin der Holz-Zentrum Theile GmbH in Elsterwerda in einem klassischen Familienbetrieb ausbildet, nach dem Workshop ein.

Beim Thema Online-Bewerbung ist Jens Jäger, stellvertretender Ausbildungsleiter bei der uesa GmbH aus Uebigau-Wahrenbrück, skeptischer: „Ich bin da altmodisch, nehme Bewerbungsmappen noch gern in die Hand. E-Recruiting-Systeme sind aber eine gute Sache. Zwar ist die Einführung sicher erst einmal eine Umstellung, dafür bietet sie aber auch eine enorme Arbeitserleichterung.“

Der Workshop bot den Teilnehmern viele konkrete Denkanstöße, findet Anja Damian, Ausbildungsbeauftragte im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Doberlug-Kirchhain.