Alle Jahre wieder: Es ist Hochsommer – bestes Badewetter, der Schwielochsee lockt. Doch immer zur schönsten Zeit für Wassersport und Erholung verekeln Algen und Schaumbildung die Gäste. Kommunalpolitiker und Touristiker fordern schon lange: Die Algen müssen weg.

Ein Konzept soll nun helfen, das Problem mit den vielen Ursachen in den Griff zu bekommen. Was sich hinter dem Namen „Gewässerentwicklungskonzept Schwielochsee“ (GEK) verbirgt, betrifft nicht nur den See allein. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass das Algenwachstum vornehmlich auf einen hohen Gehalt an Phosphor zurückzuführen ist. Und für diesen Nährstoff gab das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) auf der Auftaktveranstaltung zum GEK in Friedland gleich mehrere Quellen an.

Phosphor komme nicht nur aus der Düngung landwirtschaftlicher Flächen, der Abwasserbehandlung, der Spree als Hauptzufluss des Sees und dem Untergrund, auf dem der See liegt, sondern auch aus den verschiedenen Fließen, die sich durch Niedermoorstandorte schlängeln und dem See zuströmen, so Isabell Hiekel vom LUGV in Cottbus.

„Man müsste also die Algen aushungern“, schlägt sie ein ganzes Maßnahmenbündel vor, das Auswirkungen auf Land- und Teichwirte, den Wasserhaushalt und auch Privatpersonen im Einzugsbereich des Schwielochsees haben dürfte.

Sind die Sammelgruben dicht? Ist der Anschlussgrad an die zentrale Abwasserentsorgung ausreichend? Sind Groß- und Kleinkläranlagen mit Phosphor-Eleminierungsanlagen ausgerüstet? Solche Anlagen sollen den Phosphorgehalt reduzieren. Sind Teiche auf Niedermoorstandorten noch vertretbar? Lassen sich Grünlandstandorte weniger intensiv bearbeiten, also extensivieren? Kann man verhindern, dass Nährstoffe aus den Moorböden ausgewaschen werden? Entsprechen die Gewässer den ökologischen Anforderungen? Wie kann man Landnutzer für eventuelle Einschränkungen gerecht entschädigen? All diese Fragen werden in der Zeit bis Ende 2013 in sieben Arbeitsgruppen geklärt, welche für jedes der einzelnen Einzugsgebiete wie dem Lieberoser-, Barolder-, Ressener Mühlenfließ, Mochowfließ und Schwielochsee gebildet werden.

Betroffene Eigentümer, Nutzer und interessierte Bürger sollen sich daran möglichst rege beteiligen, um für das Konzept eine hohe Akzeptanz bei den Einwohnern zu erreichen.

Ob die Sohlanhebung eines Fließes oder das Anlegen von Gewässerrandstreifen – für Dr. Nicole Kovalev vom Büro für Umweltplanung und Wasserbau in Berlin, das mit der Planung beauftragt wurde, sind Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche mit Betroffenen sehr wichtig. „Uns ist bewusst, dass die Maßnahmen aufgrund der hier geringen Gefälle weit ins Umland eines Gewässers reichen können. Die Situation in der Kellern darf auf keinen Fall verschlechtert werden“, so die Planerin.

Das Gewässerentwicklungskonzept Schwielochsee wird also viele Menschen auf den gut 500 Quadratkilometern Planungsraum zwischen Friedland und Byhleguhre, Märkische Heide und Lieberose angehen.

Zum Thema:

Zum ThemaInformationen über den Stand der Planungen gibt es im Internet unter www.wasserblick.net/servlet/is/117254 oder beim Landesumweltamt in Cottbus.