Am 31. Dezember 1984 erfreute das Sinfonische Orchester Hoyerswerda erstmals über 850 Musikliebhaber mit einem Unterhaltungsstrauß aus Walzern, Polkas und fröhlichen Märschen. Seither ist das Konzert an den Vorabenden der Jahreswechsel Garant eines ausverkauften Hauses. Ein Erfolg, den die Orchestermitglieder sehr gern fortsetzen würde. Doch der Verein Sinfonisches Orchester Hoyerswerda e.V. sucht vor allem in den Streicher-Registern neue Musiker. Bei den Violinen, Bratschen und Cellisten fehlt es an Personal. Doch auch Holz- und Blechbläser oder Schlaginstrumentalisten seien im Kreise des Orchesters herzlich willkommen, erklärt Vorstandsvorsitzende Christiane Vogel den Bedarf.

Das Sinfonische Orchester Hoyerswerda feierte 2012 sein 50. Geburtsjahr. Es wurde 1962 als "Orchester der Werktätigen" gegründet. Das von seinem Initiator und Chefdirigenten Lutz Michlenz liebevoll "Telefonorchester" genannte Ensemble zehrt seit der Wendezeit vom gewachsenen Zusammenhalt einer mehr und mehr versprengt lebenden Musikergemeinschaft.

Die verbindende Kraft war von Anbeginn die fundierte Ausbildung der Hoyerswerdaer Musikschule. Seit jeher probt das Orchester in den Nachmittags- und Abendstunden eines jeden Dienstags, der nicht in Schulferien fällt. Auch wenn es in den walzer- und polkafröhlichen Silvesterkonzerten gern heiter und volkstümlich zugeht, liegt der Fokus des Repertoires auf einer klassikstarken Sinfonik. Immer wieder gern interpretieren die Musiker in großer Besetzung die berühmten Sinfonien von Beethoven, Schubert, Dvorak und Mahler.

Diese ambitionierte Auswahl hat einen gewissen Anspruch an die musikalische Ausbildung der Instrumentalisten zur Folge. "Wer mit uns musizieren möchte, sollte schon mal Tonleitern und Etüden bis 3. Lage bei der Violine beziehungsweise 4. Lage beim Cello gespielt haben und Interesse an sinfonischem Orchesterspiel mitbringen", betont Musikpädagogin Christiane Vogel.

Die Leidenschaft für die klassische Musik ist nicht vorausgesetzte Bedingung. Insbesondere nicht für junge Interessenten. Denn diese Liebe kann sich auch mit dem Aufwachsen in der Gemeinschaft entwickeln, weiß Cellistin Claudia Mönch. "Ich bin mit 13 Jahren ins Sinfonische Orchester gekommen", erinnert sich die stellvertretende Vereinsvorsitzende an ihre musikalischen Anfänge, "Ich hatte das Glück, dass meine Mutter mich früh durch Konzertbesuche an diese Musik herangeführt hatte. In meiner fast 40-jährigen Orchesterpraxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Freude und der Genuss an klassischer Musik durch das Hören und eben das gemeinsame Musizieren entstehen."

Darum appelliert der Verein auch an die Eltern der Musikschüler, sich mit wachsender musikalischer Reife ihrer Kinder dem Sinfonischen Orchester vorzustellen. Den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg des Nachwuchses können Gespräche mit den Registerführern und unverbindliche Probespiele aufzeigen. Auch angeleitete Übungsstunden für unsichere Wiedereinsteiger lassen sich intern organisiert, verspricht Christiane Vogel.

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