Mieterinnen und Mieter in Brandenburg müssen mit hohen Nebenkosten-Nachzahlungen rechnen und im Winter möglicherweise sparsamer heizen. In diesem Jahr erwartet der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen wegen der hohen Gaspreise um die Hälfte höhere Kosten für Heizung und Warmwasser, wie Vorstand Maren Kern am Donnerstag sagte. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung entspreche das Mehrkosten von 410 Euro. Im nächsten Jahr werde es noch mehr sein, sogar das Doppelte sei möglich.
„Deshalb geht der Appell an die Mieter, Energie einzusparen“, sagte Kern. Zudem sei schnelle und unbürokratische staatliche Hilfe für Härtefälle notwendig. „Wir empfehlen die Temperaturen insgesamt zu senken“, sagte Kern. Der BBU-Dachverband GdW hatte gefordert, die Mindesttemperatur tagsüber von 20 auf 18 Grad zu senken.
Kern sagte dazu: „Wenn der Gashahn zugedreht wird, wird uns nichts weiteres übrig bleiben.“ Ein reduzierter Heizungsbetrieb werde nach ihrer Erwartung aber möglich bleiben. „Es wird nicht dazu führen, dass man das Lagerfeuer in seiner Wohnungen starten sollte.“
Hintergrund sind in Folge des russischen Kriegs in der Ukraine stark gestiegene Gaspreise und mögliche Versorgungsengpässe. Der Verband erwartet, dass Energieanbieter ihre höheren Preise in der bevorstehenden Heizperiode direkt an die Verbraucher weitergeben dürfen. Diese Maßnahme des Gas-Notfallplans ist bislang nicht in Kraft.

Darf der Vermieter die Miete erhöhen?

Die stark gestiegenen Energiepreise bergen Diskussionsstoff zwischen Mietern und Vermietern. Um Öl-, Gas- und Fernwärmerechnungen bezahlen zu können, dringen erste Vermieter nun schon im laufenden Abrechnungsjahr auf höhere monatliche Vorauszahlungen, wie es vom Deutschen Mieterbund heißt. Der Wunsch nach höheren Abschlägen werde immer öfter an die Mieterinnen und Mieter herangetragen.
Dadurch steigt die Warmmiete, denn diese setzt sich aus der fixen Kaltmiete und den Vorauszahlungen zusammen. Der Vermieter orientiert sich bei der Höhe der Vorauszahlung an den aktuellen Preisen und dem Verbrauch. Im Vorfeld ist nicht klar, ob der Mieter viel heizt oder viel Wasser verbraucht.
Der Eigentümerverband Haus und Grund registriert in seinen Beratungsgesprächen, dass die hohen Kosten Vermieter umtreiben: „Auch in unseren Vereinen kommt es vermehrt zu Anfragen mit Blick auf die steigenden Energiepreise - etwa zu der Frage, wann Vorauszahlungen angepasst werden können.“