In dem Ort mit seinen rund 200 Einwohnern seien etwa 100 Friseure tätig, sagt Ortsvorsteherin Wladyslawa Stefanowicz, die selbst einen Salon an der Straße betreibt, die ins deutsche Hohenwutzen bei Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) führt. Die Geschäfte liefen gut, beide Seiten profitierten: Die Polen verdienten ihren Lebensunterhalt mit den Deutschen, die wiederum wegen niedriger Preise sparen könnten. Im "Salon Teresa" kostet ein Damenhaarschnitt - waschen und frisieren - um die neun Euro, für Herrenfrisuren werden vier Euro fällig. Das Rentnerehepaar Margit und Dieter Walkhoff aus Serwest (Barnim) fährt regelmäßig über die Grenze - zum Einkaufen und Haareschneiden. Die polnische Handwerkskunst habe sie derart überzeugt, dass sie sich seit Jahren in Osinow Dolny frisieren lasse, sagt Margit Walkhoff. Teresa Szuszakiewicz betreibt seit 2005 ihren eigenen Salon. Im Laufe der Jahre lernte sie soviel Deutsch, dass sie sich mit ihren Kunden von jenseits der Grenze einigermaßen verständigen kann. Viele ihrer täglich 15 bis 20 Kunden reisten aus dem gut 70 Kilometer entfernten Berlin an. "Nur für uns Polen bräuchten wir hier nicht so viele Friseure."Dass Deutsche gern in Polen zum Friseur gehen, sei für märkische Friseure deutlich spürbar, so die Brandenburger Landesinnungsmeisterin der Friseure, Gabriele Eichler. Der stellvertretende Obermeister der Friseur-Innung Frankfurt/Oder-Süd, Klaus-Peter Färber, führt die getrübte Stimmung in der Branche eher auf die angespannte wirtschaftliche Lage in Ostbrandenburg als auf die polnische Konkurrenz zurück. "Wer sparen muss, nutzt das natürlich. Doch auch in Polen werden die Preise steigen. Wir versuchen, uns zu arrangieren." Seit Jahren kooperieren Ostbrandenburger Friseure mit ihren Kollegen aus dem Nachbarland. So stellten beim Oderlandpokal, der jährlichen Leistungsschau des Friseurhandwerks, auch wieder Teilnehmer aus Polen ihr Können unter Beweis.