"Die beste Alternative zum eigenen Pferd ist die Reitbeteiligung", sagt Ingken Wehrmeier vom Online-Portal www.pferde.de aus Rendsburg (Schleswig-Holstein). Sie berät junge Pferdefreunde, die sich kein eigenes Tier leisten können, aber trotzdem möglichst viel Zeit auf dem Pferderücken verbringen wollen. "Viele Pferdebesitzer haben keine Zeit, ihr Tier jeden Tag zu bewegen. Gegen einen Anteil an der Stallmiete und den Pflegekosten kann ein Zweiter das Tier regelmäßig reiten."

Reitbeteiligung ab 50 Euro
Wie hoch die Kosten für eine Reitbeteiligung sind, hängt vom Pferd und der Art der Unterbringung ab. Der Platz in einer Pferdepension mit Rundum-Service kostet monatlich zwischen 350 und 400 Euro, eine Offenstallhaltung inklusive Ausmisten 80 bis 100 Euro. "Üblicherweise übernimmt man bei einer Reitbeteiligung knapp die Hälfte der Kosten, 50 bis 150 Euro im Monat sind normal für zweimal die Woche reiten", sagt Wehrmeier. Darüber hinaus erwartet der Pferdebesitzer meist Hilfe bei der Zaumzeug- und Sattelpflege und das regelmäßige Ausführen auf die Koppel. Grundsätzlich gilt: Die Reitbeteiligung wird billiger, je mehr Arbeiten der zweite Reiter übernimmt: Füttern, Misten, Hufe säubern, Mähne und Fell pflegen - wer sich für diese Arbeiten nicht zu schade ist, kann manchmal sogar kostenlos reiten.
"Um Unklarheiten zu vermeiden, sollten alle Rechte und Pflichten schriftlich festgehalten werden", rät Petra Schaffer von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf (Nordrhein-Westfalen). Die Organisation bietet Musterverträge an, in denen Details der Reitbeteiligung geregelt werden können. Auch versicherungsrechtliche Fragen, wer bei einem Unfall in welchem Umfang haftet, sollten im Vertrag genauestens abgeklärt werden.

Schnupperwoche empfehlenswert
Willi Hennings vom Reiterhof Hennings in Westerdeichstrich (Schles wig-Holstein) empfiehlt allen Pferdenarren, eine Schnupperwoche mit einem Pflegepferd zu verbringen. Dabei steht, im Gegensatz zur Reitbeteiligung, die tägliche Pflege im Vordergrund: Putzen, Striegeln, Füttern, Satteln, zur Koppel führen. Erst wenn die Pferdeliebe diesem einwöchigem Praxistest standgehalten hat, sollte über eine Reitbeteiligung nachgedacht werden. "Ein Pferd bedeutet nicht nur Reitspaß, sondern auch Verantwortung", sagt Henning.
"Pflegepferde sind bei unseren Schülern nicht sehr gefragt", sagt Jolly Schenk von der Reitschule Berger in Berlar (Niedersachsen). Dass die jungen Pferdefans schon glücklich sind, wenn sie sich um die Pferde kümmern dürfen, sei ein romantisches Klischee. "Wir haben mehr Pferde als engagierte Jugendliche im Stall. Die meisten wollten nach der Reitstunde schnell nach Hause." Für die wenigen, die ein Pferd trainieren, bewegen oder trocken reiben möchten, bietet der Reitstall individuelle Vereinbarungen, bis zur festen Reitbeteiligung. "Wir freuen uns über jedes Engagement, so lange es länger als nur ein paar Wochen hält."

SERVICE Angebote in der Lausitz
  Auch in den Reitvereinen und Reiterhöfen der Lausitz sind Reitbeteiligungen gängige Praxis. In der Reitschule Sielow gibt es beispielsweise ein schwarzes Brett mit Angeboten (Telefon 0355/821065). Im Reit- und Freizeithof Kutzeburger Mühle in Gallinchen werden Reitbeteiligungen vermittelt (Telefon 0355/590140). Im Freizeitreitverein Bagenz kostet die Reitbeteiligung für Kinder grundsätzlich 30 Euro (Telefon 035697/328). Und auch beim Massener Reit- und Fahrverein (Telefon 0171/5027506) sind Beteiligungen möglich.
Eine Übersicht über alle Bundesländer gibt es im Internet unter: www.pferd-frei.de