An der Berliner Charité haben sich Schwerkranke mit hoch resistenten Darmkeimen angesteckt, gegen die kaum noch ein Antibiotikum hilft. "Auf einer Intensivstation des Virchow-Klinikums sind derzeit drei Patienten infiziert, zwei weitere besiedelt", berichtete der Ärztliche Direktor der Charité, Prof. Ulrich Frei, am Dienstag. Das Virchow-Klinikum gehört zur Charité. Im Februar starb zudem eine schwerstkranke Frau mit dem Keim namens KPC im Blut, laut Frei aber ursächlich an ihrer Krebserkrankung.

Der Zustand der drei Patienten sei im Moment noch kritisch, ergänzte Prof. Steffen Weber-Carstens von der Klinikleitung. "Aber wir gehen davon aus, dass die Mehrheit von ihnen überlebt." Derzeit werden infizierte und Keim-besiedelte Patienten getrennt voneinander in isolierten Bereichen behandelt und in Einzelpflege betreut. Sie bekommen ein Antibiotikum, das wegen seiner Nebenwirkungen sonst nicht mehr eingesetzt wird.