Werner Glinzk hatte einen heißen Herbst angekündigt, dem jetzt ein turbulenter Winter folgen soll. Am Donnerstagnachmittag besuchte der ehemalige Revierförster die Altdöbener Gemeindevertretersitzung, um Fragen zu stellen, unbequeme Fragen. „Mir konnte bereits bei der zurückliegenden Sitzung keiner die Frage beantworten, warum das ursprünglich ausgewiesene Bebauungsgebiet von 209,6 Hektar auf über 1000 Hektar erweitert wurde“, so Werner Glinzk.

„Ich kenne nur den großen Plan“, erklärte Eberhard Krause von den Freien Wählern (AFW). Peter Winzer (SPD) ließ Vermutungen, „eventueller Alleingänge der Amtsverwaltung“ anklingen. „Ich verlange Einsicht in Aktennotiz oder Protokolle, in denen das Amt eine Stellungnahme abgegeben hat“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Den Vorwurf, hinter dem Rücken der Gemeindevertretung gehandelt zu haben, wies Amtsdirektor Detlef Höhl energisch von sich. „Wir haben offen über alles geredet. Das Verfahren war mehr als transparent“, erklärte er. Rückendeckung erhielt er von Bürgermeister Horst Bernstein (parteilos): „Wir hatten alle genügend Zeit, uns zu informieren“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Er forderte, zur Tagesordnung zurückzukehren. Die Windkraftvorhaben im Chransdorfer Forst seien kein Tagesordnungspunkt. „Es bringt doch nichts, wenn wir uns auf unterster Ebene streiten“, schlichtete Karl-Heinz Grund (AFW) die mitunter hitzig geführte Debatte. „Aber wir müssen uns gegenüber der Regionalplanung positionieren“, warf Peter Winzer ein. Wenn eine Region auf Jahrzehnte verändert werden soll, müsse den Kommunen ein Mitspracherecht eingeräumt werden, forderte er.

Mit dem Verabschieden eines Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan Wind 43 Chransdorf habe sich die Gemeinde eine Einflussnahme gesichert, erklärten Abgeordnete aller Fraktionen. „Jetzt können wir sogar in großer Fläche mitreden“, rang Walter Schiementz (AFW) dem 1000-Hektar-Projekt sogar Positives ab. Die Frage, wo die Ursachen zur fünffachen Erweiterung des Windvorranggebietes zu finden sind, bekam Werner Glinzk jedoch nicht beantwortet. „Vielleicht kann die Landesforstverwaltung dazu etwas sagen, wenn wir am Donnerstag, 19. Januar (19 Uhr) im Schützenhaussaal eine weitere Info- und Protestveranstaltung durchführen“, sagte er.

Im Auftrag der Bürgerinitiative „Unser Wald“ will er sich von der Forstverwaltung deren Philosophie erklären lassen: „Mir erschließt es sich nicht, dass Wald zuerst gerodet wird, um ihn später als Ausgleichsmaßnahme für WKA neu zu pflanzen“, beklagte er. Dass Ersatzflächen erst einmal zur Verfügung stehen müssen, die Kohlendioxid-Belastung durch Forstfahrzeuge bei Rodung und Aufforstung erheblich sei, dafür aber auf die Sauerstoffproduktion des Waldes verzichtet wird, ließe seiner Meinung nach Zweifel an das Erreichen der hochgesteckten Klimaziele des Landes Brandenburg aufkommen.