Jens Hischke, obwohl vor dem Saisonstart einige andere Mannschaften als Favoriten gehandelt wurden, lag Ihr Team einige Spieltage lang überraschend auf Platz eins. Inzwischen ist der FCE Dritter. Warum?

Anfangs hatten wir wirklich gute Ansetzungen. Kein Wunder, dass wir nach vier Spielen zwölf Punkte bei einem Torverhältnis von 21:0 hatten. Wir haben uns in diesen Partien gut einspielen können, speziell für die drei hinzugekommen B-Mädchen war dieser Verlauf sehr hilfreich. Einige Mädels haben allerdings damals gedacht, das geht so weiter, wir sind toll und erfolgreich. Die Quittung kam bei einigen anderen Spielen, wobei wir auch da nicht grundsätzlich enttäuscht haben.

Zurück zu den Neuen. Sind die ganz jungen Spielerinnen schon echte Verstärkungen?

In die Stammformation haben sich Annelie Kulik und Sandra Körner gespielt. Das war so nicht zu erwarten, ist aber umso schöner. Ein wenig instabil in den Leistungen ist derzeit noch die junge Carolin Schynanski.

Welche der bisherigen Partien war die bislang beste der FCE-Frauen?

In Friedersdorf, wo wir bisher stets verloren hatten, haben wir in Unterzahl durch ein Gegentor in der Schlussminute immerhin noch ein 1:1 und damit einen Punkt geholt. In Beelitz war es ähnlich, dort haben wir nach einem 0:2 sogar 3:2 geführt und beim 3:3 schließlich ebenfalls einen Punkt geholt. Das waren Spiele, die meiner Vision eines erfolgreichen, guten Fußballs recht nahe kamen. Die einzige Niederlage gab es gegen Staffelfavorit Borussia Brandenburg. Da hat uns ein wenig der Mut gefehlt, aber die Borussia ist von den Voraussetzungen eine Mannschaft, mit der wir uns nicht messen können.

Welche Spielerin hat Ihnen am meisten Freude bereitet im Herbst 2011?

Natürlich ist da zunächst mal unsere Top-Torschützin Isabell Kramer zu nennen. Aber auch unsere kleine Annelie Kulik macht Riesenspiele auf beiden Außenbahnen. In der Abwehr ist Alina Janowitz eine richtig Gute. Nicht umsonst wird sie bei uns in Anlehnung an den Innendecker der Profis stets „Uwe“ genannt. Auch Alina ist wie Uwe Hünemeier bei den Zweitliga-Männern immer vorn mit dabei und hat als Abwehrspielerin schon zwei Tore gemacht.

Vor der Saison hieß es, der FC Energie will am Ende auf Platz eins bis drei landen.

Noch sind sieben Spiele zu absolvieren, das Ziel ist realistisch, zumal wir die oberen Mannschaften im Frühjahr alle in Cottbus erwarten. Derzeit haben wir auf Beelitz sechs und auf Brandenburg vier Zähler Rückstand. Am grünen Tisch erwarten wir noch drei Punkte, weil Flatow bei uns nicht angetreten ist. Insofern sind die Abstände überschaubar. Am Ende wären wir mit Platz zwei mehr als zufrieden. Auf Rang eins sehe ich uns nicht - noch nicht.