Eigentlich wollten die Kameraden ihren 80. Geburtstag feiern. Doch das Hochwasser im vergangenen Jahr verursachte große Schäden am Gerätehaus. So entschlossen sich die Kameraden, die für die Geburtstagsfeier bereitgestellten Gelder zur Beseitigung der Schäden an ihrem Gerätehauses zu nutzen und nun das 80+1 Jahr ihres Bestehens zünftig zu feiern. Nach der lautstarken Fahrt von etwa 20 Feuerwehrautos durch das Dorf begannen die Feierlichkeiten. Mit herzlichen Worten dankten der Ortswehrführer, der Amtsdirektor, der Bürgermeister und der Amtsbrandmeister den Kameraden für ihre verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit.

Aufmerksam verfolgten die Gäste die Technikschau und die Löschübungen mit der historischen und mit moderner Technik. Zur Unterstützung des Festes sorgten die Vereine des Ortes mit einem gut organisierten Kinderfest für einen abwechslungsreichen Nachmittag.

Das älteste Mitglied der Hirschfelder Wehr, der 84-jährige Heino Leuschner erinnert sich an die Geschichte der Wehr: "Mein Vater erzählte mir, dass im Jahre 1929 ein Großbrand in Hirschfeld zahlreiche eng aneinander stehende, mit Stroh gedeckte Wohnhäuser, Ställe und Scheunen vernichtete. Das Löschwasser wurde mit Eimern aus dem Dorfbach geschöpft. Nach der damaligen Gemeindeordnung war jeder Haushalt verpflichtet, je eine Person mit zwei Eimern zur Brandbekämpfung zu schicken. Die Alarmierung erfolgte zu Fuß mit einem Signalhorn."

Am 29. Januar 1932 wurde die freiwillige Feuerwehr gegründet. Sie hatte 32 Mitglieder. Ihre Geräte, Feuerpatschen, Einreißhaken, Leitern und zwei Handdruckspritzen wurden in zwei leer stehenden Backhäusern gelagert. "Der Rittergutsbesitzer Freiherr von Rochow schenkte dem Ort zur Gründung der Wehr eine 1889 gebaute Handdruckspritze", erzählte Heino Leuschner weiter. Diese technischen Neuerungen wurden per Muskelkraft oder durch zwei Pferde zum Brand gebracht. Während der Zeit des Weltkrieges wurde die 1. Motorspritze angeschafft. Nach 1946 entwickelte sich die Wehr zu einer starken Truppe. Das damalige Gerätehaus wurde ständig erweitert. Ein Turm zur Trocknung der Schläuche entstand. Ständig vergrößerte sich die Löschtechnik. Im Jahr 2000 wurde ein neues Gerätehaus eingeweiht. Das moderne Tanklöschfahrzeug wurde 2002 übernommen.

Heute zählt die Wehr 48 Mitglieder. In der Geschichte der Wehr hatten die Kameraden viele Katastrophen zu bewältigen. Anfangs ging es um die Bekämpfung von Bränden. Heute sind die Aufgaben der Wehr weitaus vielfältiger. So werden die Kameraden neben der Brandbekämpfung zu technischen Hilfeleistungen bei Unfällen und Naturkatastrophen gerufen. Dazu wurde auch die Technik verbessert. Funkgeräte, Kettensägen, Atemschutzgeräte wurden angeschafft. Da standen für die Kameraden Weiterbildungen an, um die Technik bedienen zu können. Daneben sind noch viele gesellschaftliche Aufgaben im Ort zu bewältigen, wie die Absicherung von Veranstaltungen, die Überprüfung der Löschwasserentnahmestellen, die Wartung und Pflege der Technik und vieles andere.